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Die sog. traumatischen Encephalopathien

  • F. Stern

Zusammenfassung

Wir verstehen unter dem Sammelnamen der traumatischen Encephalopathien die Folgeerscheinungen aller Kopfverletzungen, soweit sie grundsätzlich organogener Natur sind. Die Trömnersche Bezeichnung der Encephalopathie ist übernommen worden, weil sie auf der einen Seite zum Ausdruck bringt, daß eine tatsächliche Schädigung durch das Trauma, nicht eine seelische Verarbeitung des Unfallerlebnisses oder komplizierende Momente den Beschwerden und Symptomen zugrunde liegen, auf der anderen Seite aber als zusammenfassende und a fortiori-Bezeichnung nichts pathogenetisch Bestimmtes präjudiziert; und das ist wichtig, weil uns die Grundlagen dieser Beschwerden noch reichlich unklar sind. Selbstverständlich steht nichts im Wege, umschriebene Herdläsionen nach einem Trauma, sowie seltene Spezialerkrankungen (wie die Spätapoplexie oder den Abszeß oder Epilepsie) oder Meningopathieen, dort, wo sie erwiesen sind, mit ihrem Sondernamen zu bezeichnet; generell bleibt es ja aber doch erforderlich, eine passende Bezeichnung für Beschwerden zu finden, die offenbar traumatogen, genetisch aber schwer erklärbar oder umstritten sind. Aus den genannten Gründen halten wir mit anderen Autoren die Bezeichnung einer Commotionsneurose für unzweckmäßige. Von einer Hirnschwäche spricht man besser nicht, nicht nur weil die Bezeichnung Encephalopathie, falls sie der Rentenbewerber erfährt, immer noch weniger hypochondrisiert als der Name Hirnschwäche, sondern auch darum, weil man sich unter einem schwachen Hirn wenig vorstellen kann und weil der Name für diejenigen Störungen, in denen eine Vasomotorenregulationsstörung oder vestibuläre Erregbarkeitsanomalie besteht, offenbar unzureichend ist.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1933

Authors and Affiliations

  • F. Stern
    • 1
  1. 1.Regierungs-Medizinal-Rat in KasselDeutschland

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