Advertisement

Ƶur Erziehung und Behandlung

  • Vera Strasser

Zusammenfassung

Dort, wo man das Kind nicht sich selbst überließ, ging man in der Erziehung bis heute meist von einem Extrem ins andere über. Von der Strenge bis zur völlige Freiheit lassenden Milde. Einmal soil der Zögling individuell, ein andermal gänzlich in der Sozietät erzogen werden. Einmal schreibt man den Schulgang bis ins Kleinste vor, das andere MaL überlaßt man dem Kinde seinen „Willen“. Wenn es nicht lernen will, möge es halt nicht lernen usw. Von dem Moment an, da man Postulate über die Kindererziehung aufstellte, hat man das Kind, das seinen ursprünglichen Fähigkeiten an sich nachgehen könnte, von vornherein irgendein Geleise präpariert und es auf diese Weise vergewaltigt. Die Gesellschaft sieht zwar die immer zunehmenden Unzulänglichkeiten im Gemeinschaftsleben und ihre Wirkung auf das Einzelleben, auf jede neue Generation. Statt aber mit allen Fehlerquellen des Übels abzurechnen, fängt sie einmal hier, einmal dort an, eine Reform zu fordern. Zu dieser großen Reihe von reformatorischen Forderungen gehört auch die „Erziehung der Eltern“, die Einweisung des Kindes in eine Volksschule, in ein Landerziehungsheim, in Internate einerseits oder eine rein private, extrem individualistische Behandlungsart. Beispielsweise glaubte man die Isolierungstendenz des Kindes dadurch zu bekämpfen, daß man es in Internate einwies, da die Erziehung in einem solchen noch über der wahren, wirklichen Hauserziehung stehe.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1921

Authors and Affiliations

  • Vera Strasser
    • 1
  1. 1.ƵürichDeutschland

Personalised recommendations