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Spezielle Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre

  • H. v. Tappeiner

Zusammenfassung

Schleimige Stoffe, Stärke, Gummi, Pflanzenschleime usw. finden als reizabhaltende und resorptionshemmende Mittel seit alters her vielfache empirische Anwendung. Dieselbe hat in neuerer Zeit auch experimentelle Begründung gefunden: Taucht man die Zehen eines Reflexfrosches in eine schwache Säurelösung, so erfolgt alsbald Heraushebung des Beines mit den bekannten Abwehr-(Wisch-)-Bewegungen. Nach Zugabe eines Mucilaginosums geschieht dies entweder gar nicht oder erheblich verspätet, womit die Reizabhaltung erwiesen ist. Auch der Schmerz, welchen reizende Stoffe in einer Hautschnittwunde hervorrufen oder die Entzündung, welche Senföl auf einer Schleimhaut erzeugt, ist bei Gegenwart von Mucilaginosa viel geringer. Die Resorptionshemmung wird u. a. durch folgenden Versuch am Menschen anschaulich: Ein Liter Wasser, morgens getrunken, erscheint nahezu vollständig in den folgenden fünf Stunden im Harn, von einer schleimhaltigen Flüssigkeit nicht mehr als die Hälfte bis zwei Drittel.

Copyright information

© F. C. W. Vogel in Leipzig 1922

Authors and Affiliations

  • H. v. Tappeiner

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