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Kartelle und Kriegswirtschaft

  • S. Tschierschky
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Zusammenfassung

Entgegen den bisherigen über dieses Thema handelnden Veröffentlichungen halte ich mich für verpflichtet, einleitend darauf hinzuweisen, daß heute noch viel zu wenig Material in einwandfreier Form vorliegt, daß vor allem die Kriegsarchive noch unzulänglich ausgeschöpft sind, um eine umfassendere Darstellung geben zu können.

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Notes

Literatur

  1. 2).
    In den mir bisher bekannt gewordenen Arbeiten zu diesem allgemeinen Thema wechseln die guten und die schlechten Kritiken zumeist ohne genügende eingehende Begründung ab. In der Regel werden aber überhaupt nur allgemeine Bemerkungen gegeben. Das gilt von dem Vortrage Lief manns veröff. u. d. Titel „Die Kartelle in und nach dem Kriege“, Berlin 1918Google Scholar
  2. 2a).
    wie von Troeltsch, „Die deutschen Industriekartelle vor und seit dem Kriege“, Essen 1916,Google Scholar
  3. 2b).
    erst recht von den ganz gelegentlichen Bemerkungen, z.B. bei Fuchs, „Die deutsche Volkswirtschaft im Kriege“, Tüb. 1915, S. 15 (ungünstig). Umgekehrt urteilt d. Wirt-schaftszeitung d. Zentralmächte v. 29. Sept. 16; Dr. Steinitz, Kartell-Rundschau 1918, S. 193 u. zahlr. and. Stimmen.Google Scholar
  4. 2c).
    Die erwähnte kritische Arbeit v. von Beckerath „Zwangskartellierung oder freie Organisation der Industrie“, Stuttgart 1918 wägt die industriepolitische Bedeutung der freien gegenüber der Zwangskartellierung ab, enthält sich aber des Werturteils über die Bedeutung der Kartelle im Kriege. Vgl. auch meine Aufsätze „Zur Frage der zwangsweisen Kartellierung der Industrie“ in „Kartell-Rundschau“ 1918.Google Scholar
  5. 1).
    Hierüber 2 gute Arbeiten: Bruck, „Geschichte des Kriegsausschusses der Deutschen Baumwollindustrie“, Berlin 1920, S.97ff.Google Scholar
  6. 1a).
    Claren, „Die Zusammenlegung in der deutschen Tuchindustrie“, Berlin 1919. Ich möchte hierzu in Ergänzung meines schon erwähnten Aufsatzes „Zur Frage der zwangsweisen Kartellierung der Industrie“ ausdrücklich darauf hinweisen, daß eine genauere Systematik der so verschiedenartigen Kriegszwangsorganisationen heute mangels umfassenden Materials noch nicht möglich ist, wie das auch aus den nachstehender Bemerkungen von Bruck a. a. O. S. 35 hervorgehen dürfte: „Um jene Zeit ging die Entwicklung von zwei Richtungen aus, deren zweite bereits die Folge der ersten war. Die erste war die Konzentrationsbewegung zum Kartell — Syndikat und letzten Endes zum Monopol —, die zweite jene der staatlichen Eingriffe und Beteiligungen, die in den gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen ihren Ausdruck suchte. Im Rahmen dieser Entwicklung können wir die Kriegsorganisationen bequem in drei Gruppen unterteilen : in solche, die nichts weiter sind als Umwandlungen bereits bestehender, privatwirtschaftlich zu Verbänden (Kartellen usw.) gereifter Organisationen zu einer öffentlichen, in der Form der gemischtwirtschaftlichen Unternehmung (z. B. der ursprünglich rein private Stahlwerksverband als späterer Stahlbund, also eine gemischtwirtschaftliche Kriegsorganisation.) Weiter zweitens in zwangsweisen Ad-hoc-Einigungen der einzelnen Industrien, die vorher noch nicht privatwirtschaftich zu Unternehmerverbänden gereift waren (hierzu gehören die Baumwollorganisationen, die überhaupt erst durch die Behörde „organisiert” wurden) zu analogen Körperschaften wie die ersten. Und drittens sind jene unglücklichen, in Anlehnung an die beiden ersten Gruppen entstandenen Imitationen talentloser oder eitler Regierungsvertreter oder privater Interessenten zu verzeichnen, die für irgendeinen Rohstoff oder ein Fabrikat im Kriegsgesellschaftsgründungsfieber eine neue Gesellschaft gründeten, die vielleicht für Stahl und Baumwolle gut geeignet, für den betreffenden Zweig mitunter unsinnig war. Für diese Gruppe war besonders kenn-zeichnend, daß für kleinste Teilfabrikate wahllos Kriegsgesellechaften gegrundet wurden. Der Aufgabenkreis der Kriegsorganisationen änderte sich im Verlauf des Krieges vollkommen, worauf wir schon hinwiesen. Aus einfachen Rohstoffübernahme-, Finanzierungs- und weiter Verteilungsgesellschaften der Anfangszeit wurden zentrale Bewirtschaftungsstellen, gewissermaßen die Gehirne ganzer Industrien.“ Sicher wird man Starke, „Gewerbliche Zwangsverbände und Stillegungen“, Berjlin 1918, S. 6, recht geben können, daß... „die Schaffung der Zwangs verbände nicht möglich gewesen (wäre), wenn sie nicht Vorbilder in den durch die Industrie begründeten Kartsllen und Syndikaten gefunden hätte. Wie eine Reihe von Kriegsmaßnahmen auf diese Schöpfungen der Industrie zurückgeht, so auch die Zwangsverbände. Daher sind sie in ihrem Aufbau, aber auch in der Art ihrer Geschäftstätigkeit in vieler Hinsicht den Kartellen und Syndikaten nachgebildet und fußen auf deren jahrzehntelangen Erfahrungen. Es sei nur der Feststellung des Beteiligungsverhältnisses, der Regelung der Entschädigungen und der Abwicklung des Geschäftsverkehrs mit den Kunden gedacht. Trotzdem besteht zwischen beiden Formen der Organisation ein grundlegender rechtlicher Unterschied. Kartelle und Syndikate sind rechtlich freie Bildungen der beteiligten Wirtschaftskreise. Bei Zwangsverbänden wird der Unternehmer ohne seinen Willen in eine Gemeinschaft eingeordnet.“Google Scholar
  7. 2).
    Adler „Die Qrganisationsbestrebungen in Stabeisenfabrikation und Stabeisen-Handel“, Bonn 1920, bes. Abschn. IV „Die Kriegszeit“, S. 62 ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • S. Tschierschky

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