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Über Absorption der Kohlensäure durch das unbelichtete Blatt

  • Richard Willstätter
  • Arthur Stoll

Zusammenfassung

Um die Größe der assimilatorischen Leistung der Blätter in atmosphärischer Luft anschaulich auszudrücken, vergleichen H. T. Brown und F. Escombe1) den Kohlensäureverbrauch eines assimilierenden Blattes mit der Absorption durch eine gleiche Fläche von frei aufgestellter Kalilauge. Bei der Produktion von einem Gramm Kohlehydrat auf das Quadratmeter in der Stunde leistet ein Blatt eine mehr als halb so rasche Absorption des atmosphärischen Kohlendioxyds als eine gleiche Fläche, die mit einer beständig erneuerten Schicht von starker Kalilauge benetzt würde. Diesem Vergleich ist die beobachtete Absorptionsleistung der Kalilauge von 0,15 ccm CO2 in einer Stunde auf das Quadratzentimeter in stark bewegter atmosphärischer Luft zugrunde gelegt. Brown und Escombe haben die Zahl der Spaltöffnungen und ihre Dimensionen bestimmt und gefunden, daß die ganze Fläche der Stomata bei voller Öffnung gleich einem Hundertstel der Blattoberfläche ist. Hieraus ergab sich, daß der Eintritt der Kohlensäure in diese Öffnungen mit fünfzigmal größerer Geschwindigkeit erfolgt, als in eine frei aufgestellte absorbierende Fläche von Alkali. Setzt man also voraus, die Spaltöffnungen eines Blattes würden mit einer Lösung von Kaliumhydroxyd gefüllt, so wäre das Absorptionsvermögen einer einzigen daraus zusammengesetzten alkalischen Fläche nur ein Fünfzigstel vom Absorptionsvermögen des assimilierenden Blattes.

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Hinweise

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1918

Authors and Affiliations

  • Richard Willstätter
  • Arthur Stoll

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