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Die Formulierung und Lösung schlecht-strukturierter Entscheidungsprobleme

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Zusammenfassung

Die Modellierung von realen Strukturen ist in der Betriebswirtschaftslehre seit langem bekannt und gebräuchlich. Die Modelle können dabei je nach verwandter Modell-Sprache ganz verschiedene Formen annehmen. Verbale Modelle drücken sicher Problemstellungen, die meist Konstrukte unseres Denkens sind, am treffendsten aus. Sie sind dennoch nur eine Approximation unserer Gedanken. Darüberhinaus haben sie den Nachteil, für die Anwendung leistungsfähiger, meist mathematischer Lösungsmethoden schlecht geeignet zu sein. Vom Standpunkt der Lösungsfähigkeit eignen sich sicherlich am besten formale mathematische Modelle. Die bekannten Modelle der Buchhaltung und Kostenrechnung sind Beispiele hierfür. Noch typischer sind jedoch die Modellformen, die in den vorangegangenen Kapiteln besprochen wurden: Lineares und Nichtlineares Programmieren, Netzplantechnik etc. benutzen mathematische Modelle, die den Einsatz sehr leistungsfähiger Methoden zur Bestimmung spezieller gegesuchter Lösungen erlauben. Es besteht dabei jedoch die Gefahr, daß zwar das gebildete Modell sehr effizient wird, daß jedoch die Problemstellung nur sehr ungenau oder ungenügend durch das Modell abgebildet wurde. Die gefundene optimale Modell-Lösung kann dann eine sehr unbefriedigende Problem-Lösung darstellen. Um dies zu vermeiden, muß sichergestellt werden, daß die Modell-Sprache dem zu modellierenden Tatbestand gerecht wird. Für „klassische“ mathematische Modelle heißt dies: Das Problem muß adäquat in „scharfen“ Modellen faßbar sein, wobei scharf bedeutet: Alle wesentlichen Informationen über Lösungsraum und Ziele müssen vorhanden sein, die Informationsmenge muß verarbeitbar sein und das Problem muß in dem Sinne dichotom strukturiert sein, daß klar zwischen zulässigen und unzulässigen und zwischen guten und schlechten Lösungen unterschieden werden kann.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

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