Pharmakokinetik subkutan injizierten Insulins

  • Michael Berger
  • Viktor Jörgens

Zusammenfassung

Die molekularbiologischen Vorgänge der Absorption von Insulin in die Blutbahn nach der subkutanen Injektion der Hormonlösung sind bis heute noch nicht endgültig geklärt. Die Erweiterung der Kenntnisse über die Kinetik des Absorptionsvorganges hat jedoch für die klinische Praxis eine zunehmende Bedeutung gewonnen. Mit der Intensivierung der Bemühungen zur Sicherung einer Normalisierung der Glukosestoffwechseleinstellung ist eine möglichst konstante, vorhersehbare Absorption des subkutan injizierten Insulins zu einer wichtigen Grundlage des Therapieerfolges geworden. Dabei ist festzuhalten, daß die subkutane Insulinapplikation insofern grundsätzlich unphysiologisch ist, als sie anatomisch und physiologisch gesehen an einer ungünstigen Stelle erfolgt. Die Hauptwirkung des Insulins im Rahmen der Steuerung der Glukosehomöostase entfaltet sich an der Leber; im Zuge der ersten Leberpassage des aus dem Pankreas in den Pfortaderkreislauf freigesetzten Hormons wird etwa die Hälfte des Insulins eliminiert, ohne jemals in den peripheren Kreislauf zu gelangen. Das Resultat ist, daß der Insulinspiegel im Pfortaderblut erheblich höher ist als in der Peripherie. Mit der Verabreichung des Insulins in das subkutane Fettgewebe hat das Hormon erst den Kreislauf zu passieren, bevor es über die Leberarterien seinen Hauptwirkungsort, den Hepatozyten, erreicht.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • Michael Berger
    • 1
  • Viktor Jörgens
    • 1
  1. 1.Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung Medizinische Klinik der Universität DüsseldorfWHO Collaborating Center for DiabetesDüsseldorf 1Deutschland

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