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Anfallsweise auftretende Bewußtseinsstörungen

  • John P. Patten

Zusammenfassung

Die Überschrift dieses Kapitels wurde vorsätzlich so weit gefaßt, um das Faktum zu betonen, daß Bewußtseinsverlust nicht gleichbedeutend mit Epilepsie ist. Für den Patienten bedeutet die Diagnose „Epilepsie“ einen schwerwiegenden Eingriff in seine beruflichen und allgemein-sozialen Aktivitäten; so kann z. B. das Verbot, ein Fahrzeug zu steuern, für ihn Arbeitslosigkeit bedeuten. In einigen Ländern gibt es noch Gesetze, die einem Epilepdker verbieten, zu heiraten und Kinder zu haben, Gesetze, die auf altertümlichen Vorstehungen über die Ursachen und die Natur der Fallsucht beruhen. Angesichts der Restriktionen, die einem Epileptiker auferlegt werden und die er zu akzeptieren hat, sind die tragischen Konsequenzen einer nicht zutreffenden Epilepsiediagnose augenfällig. Viele Patienten werden völlig unnödgerweise mit Antikrampfmedikamenten behandelt, nur weil die Vorgeschichte und das EEG falsch interpretiert worden sind. Nur zu oft wird in Fällen, die dem Khniker unklar bleiben, dem EEG die diagnostische Entscheidungsfähigkeit zugesprochen, obwohl die elektroenzephalographischen Irrtumsmöghchkeiten ebenso groß sind wie die des khnischen Diagnostikers. Die Diagnose muß fest auf der Vorgeschichte begründet und hierzu auch jede Zeugenaussage, die vrfügbar ist, berücksichdgt worden sein. Jede denkbare Anstrengung lohnt sich, Augenzeugen eines Anfahs befragen zu können. Ein Ferngespräch oder selbst Einzelheiten in einem Brief, der besondere Fragen beantwortet, können die Diagnose entscheidend ändern.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • John P. Patten
    • 1
  1. 1.PelhamHindhead, SurreyGreat Britain

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