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Der Vertrag

  • Werner Flume
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE)

Zusammenfassung

In der Literatur des gemeinen Rechts wurde von dem Vertrag im allgemeinen nur im Obligationenrecht gehandelt 1. Savigny 2 konnte mit Recht sagen, daß „unsere Schriftsteller, ältere und neuere ... den Vertrag im allgemeinen so erklären, und mit dem Ganzen ihrer Systeme in solche Verbindung setzen, als wäre der obligatorische Vertrag der einzige überhaupt“. Dabei ist es auch im 19. Jahrhundert bis zu den letzter Auflagen von Windscheid s Pandektenrecht geblieben, wenn auch Windscheid selbst den obligatorischen Vertrag nur als eine besondere Gattung des Vertrages begreit 3. Noch in dem Vorentwurf von Gebhard für den Allgemeinen Teil des BGB gibt es keine Normen über den Vertrag 4.

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Literatur

  1. 98.
    Vgl. Enn.-Lehmann § 18 IV.Google Scholar
  2. 1.
    Vgl. Höpfner, Theoretisch-praktischer Commentar über die Heineccischen Institutionen, 8. Aufl. von A. D. Weber (1818) § 732.Google Scholar
  3. 2.
    System III § 141 S. 314 mit den Verweisungen unter N. a. Vgl. z. B. Hofacker, Principia iuris civilis III § 1752 zu dem Begriff der conventio: conventio est duorum pluriumve in idem placitum de re factove praestandis consensus.Google Scholar
  4. 3.
    Windscheid, Pandektenredit II §§ 305 if.; I § 69 zu N. 3, 4; vgl. audi Sädis. BGB von 1863 §§ 782 ff.; im Allgemeinen Teil behandelt den Vertrag Regelsberger, Pandekten (1893) § 149.Google Scholar
  5. 4.
    Die „den Bildungsprozeß der Verträge betreifenden Bestimmungen“ sollten in den Allgemeinen Teil des Obligationenredits aufgenommen werden. Zur Begründung heißt es bei Gebhard, Allgem. Teil, Begründung II, 2 S. 8 ff.: „Es rechtfertigt sich dies aus Gründen der Zweckmäßigkeit; der Vertragsbegriff ist für das Obligationenrecht von größerer Bedeutung als für die übrigen Teile des Privatrechts; andrerseits tritt das Wesen desselben gerade beim obligatorischen Vertrage unverhüllter zu Tag als bei Verträgen anderer Art“. Vgl. auch v. Kübel, Vorentw. Recht der Schuldverhältnisse, Allgem. Teil, Tit. 2 I betr. Eingehung eines schuldrechtlichen Vertrages.Google Scholar
  6. 5.
    Wie das BGB jedoch das diesem auch sonst im allgemeinen folgende Griech. Zivilgesetzbuch Art. 195 ff.Google Scholar
  7. 6.
    Das preuß. ALR enthielt dagegen in den allgemeinen Bestimmungen des „Ersten Teils“nach I, 4 „Von Willenserklärungen“ als I, 5 den Titel „Von Verträgen“.Google Scholar
  8. 7.
    Vgl. Messineo, Dottrina generale del contratto, cap. I, 6.Google Scholar
  9. 8.
    System III §§ 140 ff.Google Scholar
  10. 9.
    System III § 141 S. 316.Google Scholar
  11. 10.
    Entgegen Lange-Köhler, Allgem. Teil 16 § 41 I la ist es systemgerecht, daß die Unmöglichkeit nicht in den §§145 ff., sondern im Recht des Schuld Vertrages geregelt ist. Denn es handelt sich um ein Problem des Schuldvertrages und nicht des Vertrages allgemein.Google Scholar
  12. 10.
    Entgegen Raiser, Festschr. Deutscher Juristentag (1960) I S. 101 ff. hat ungeachtet der Orientierung der Normen am Rechtsgeschäft der Vertrag eine zentrale Stellung in dem System des geltenden Zivilrechts.Google Scholar
  13. 11.
    System III § 140 S. 309.Google Scholar
  14. 12.
    Vgl. v. Tuhr II, 1 S. 232 if.Google Scholar
  15. 13.
    Vgl. Johannes Emil Kuntze, Der Gesamtakt, ein neuer Rechtsbegriff, Festgabe Otto Müller (1892) S. 27 ff.; Kipp zu Windscheid, Pandektenrecht I § 60 N. la u. Zit.Google Scholar
  16. 14.
    Festschr. Windscheid (1888) S. 69 ff.Google Scholar
  17. 15.
    Vgl. v. Tuhr II, 1 S. 237; Coing-Staudinger, Vorbem. vor §§ 145 ff. N. 2a; Enn.-Nipperdey § 146 N. 9,10.Google Scholar
  18. 16.
    Prot. III, 3392 ff. (Mugdan III, 525 ff.).Google Scholar
  19. 17.
    Ebenso Enn.-Nipperdey § 146 II, 2; Wolff-Raiser, Sachenrecht, § 38 II; a. A. Coing-Staudinger Vorbem. vor §§ 145 ff. N. 12; Siber, Buchrechtsgeschäft S. 104 ff.Google Scholar
  20. 18.
    Dies wird von einer Mindermeinung (vgl. Westermann, Sachenrecht § 38 Ziff. 4 u. Zit.) zu Unrecht bestritten. Das Argument, daß die Nichtbindung der Einigung eine Anerkennung des Wortbruchs bedeute, ist nicht überzeugend. Es ist eben gerade die Frage, ob die Einigung ein vorweg gegebenes Wort ist, an das sich zu halten man gebunden sein soll.Google Scholar
  21. 19.
    Zu Unrecht soll nach Wolff-Raiser, Sachenrecht § 66 I 4a die Übereignung auf Grund der vorangegangenen Einigung nicht wirksam werden, wenn einer der Geschäftspartner bei der Besitzerlangung durch den Erwerber geschäftsunfähig ist.Google Scholar
  22. 20.
    Vgl. RG 83, 223 ff., 230; 135, 366 ff. Der BGH hat dagegen nur die freie Widerruflichkeit der Einigung betont (BGH 14,114 ff., 119) und auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß die Einigung auch bei der Übergabe bestehen müsse, aber nicht zu der Frage Stellung genommen, ob die Einigung auch schon dadurch aufgehoben wird, daß nur einer der Beteiligten die Eigentumsübertragung nicht mehr will.Google Scholar
  23. 21.
    Vgl. Kaser, Röm.Privatredıt I § 57, II u. N. 3 Zit., § 150 N. 17 Zit., insbes. Knütel, Contrarius consensus.Google Scholar
  24. 22.
    Mot. II 79 (Mugdan II, 44).Google Scholar
  25. 22.
    a So soll nach den Motiven die Aufhebung eines gegenseitigen Schuldvertrages aus zwei Erlaß vertragen bestehen.Google Scholar
  26. 23.
    Vgl. v. Tuhr II, 1 S. 174 ff.; Siber, JherJb. 70, 223 ff., 280; Enn.-Lehmann § 74 I 3.Google Scholar
  27. 24.
    Anders Siber a.a.O., der einen Bereicherungsanspruch nach § 812 I S. 2 gewähren will; wie im Text dagegen mit Recht v. Tuhr a.a.O.Google Scholar
  28. 25.
    Vgl. v. Tuhr a.a.O. N. 182.Google Scholar
  29. 26.
    Vgl. Wolff-Raiser, Sachenrecht § 38 IV.Google Scholar
  30. 27.
    Vgl. die in Sachverhalt und Begründung instruktive Entscheidung RG 113, 425 ff.; unklar in der Begründung dagegen RG 109, 261 ff.Google Scholar
  31. 28.
    Vgl. Korn, zu § 701.Google Scholar
  32. 29.
    Vgl. Krause, BB 1955, 266.Google Scholar
  33. 29a.
    Siehe oben § 10 Ziff. 2.Google Scholar
  34. 30.
    Siehe unten § 36.Google Scholar
  35. 30a.
    Vgl. oben § 6 Ziff. 2.Google Scholar
  36. 30b.
    Siehe oben § 16 Ziff. 4.Google Scholar
  37. 31.
    Vgl. zur Auslegung oben § 16.Google Scholar
  38. 32.
    Zum Kontrahierungszwang vgl. aus der Zeit vor dem BGB die grundlegende, auch heute noch lesenswerte Abhandlung von Biermann, Jher.Jb. 32, 267 ff.; vgl. ferner bes. Nipperdey, Kontrahierungszwang und diktierter Vertrag (1920); Coing-Staudinger Vorbem. vor §§ 145 ff. N. 4 Zit.; Enn.-Nipperdey § 162 N. 33 Zit.Google Scholar
  39. 33.
    Vgl. Coing-Staudinger, Vorbem. vor §§ 145 ff. N. 7 u. Zit.Google Scholar
  40. 34.
    RG 133, 388 ff., 391; siehe auch die zit. Entsch., insbesondere die grundlegende Entsch. RG 48, 114 ff., 127 mit der Berufung auf Biermann, Jher.Jb. 32, 267 ff. In der Literatur wird es teilweise so dargestellt, als ob das Reichsgericht auch unabhängig von § 826 das Bestehen einer Abschlußpflicht für Monopolbetriebe angenommen habe (vgl. z. B. Larenz, Schuldrecht I § 4 I a; Soergel-Reimer Schmidt, Vorbem. vor §§ 305 ff. N. 22). Dem ist jedoch nicht so. Das Reichsgericht ist bis zum Schluß bei der Verknüpfung des Kontrahierungszwangs des Monopolunternehmens mit § 826 verblieben und hat nicht einen selbständigen Kontrahierungszwang für das Monopolunternehmen angenommen. Vgl. RG 132, 273 ff., 276; 142, 85 ff., 93; 143, 24 ff., 28; 148, 326 ff., 334.Google Scholar
  41. 35.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 162 IV 2.Google Scholar
  42. 36.
    Aus der Rechtsprechung des Reichsgerichts vgl. RG 133, 388 ff. betr. des Kontrahierungszwangs eines städtischen Theaters. Das Reichsgericht verneinte in dem Falle den Kontrahierungszwang mit der Begründung des Berufungsgerichts, die Stadtgemeinde als Inhaberin des Theaters „habe gewichtige Gründe“für ihr Vorgehen, also nachprüfbare Unterlagen gehabt, die eben die Annahme der Willkür und der Leichtfertigkeit ausschlössen.Google Scholar
  43. 37.
    Vgl. BGH, LM § 284 Nr. 1 = MDR 1952,155.Google Scholar
  44. 38.
    Handelsrecht (3. Aufl. 1854) § 62; Handelsrecht (6. Aufl. Bd. I 1879) § 246 N. 4.Google Scholar
  45. 39.
    Vgl Windscheid, Pandektenrecht II § 310 N. la; zum gemeinen Recht siehe bes. Regelsberger, Civilrechtliche Erörterungen S. 128 ff. u. Zit. Vgl. vor allem auch v. Kübel, Vorentw. Schuldrecht, Allgem. Teil, Tit. 2 I la, Begründung S. 95 ff. Siehe auch Henrich, Vorvertrag, Options vertrag, Vorrechts vertrag, 1965; Georgiades, Festschr. Larenz, 1973, S. 409 ff.Google Scholar
  46. 40.
    Vgl. v. Tuhr II, 1 S. 494.Google Scholar
  47. 41.
    Vgl. Coing-Staudinger, Vorbem. vor §§ 145 ff. N. 20 ff.Google Scholar
  48. 42.
    Mot. I, 178 (Mugdan I, 450); siehe auch v. Kübel a.a.O. S. 98.Google Scholar
  49. 43.
    BGH, LM § 154 BGB Nr. 4 = NJW 1958, 1281.Google Scholar
  50. 44.
    BGH, LM § 705 Nr. 3; vgl. diese Entsch. auch hinsichtlich der Rechtsprechung des Reichsgerichts.Google Scholar
  51. 45.
    So hat der BGH denn auch in der Entsch. LM § 154 Nr. 4 mit Recht die Gültigkeit des teilweise ausgeführten Vorvertrages angenommen und einen Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten Zahlung verneint.Google Scholar
  52. 46.
    Mit Redit sagt Savigny (Obligationenrecht II S. 245) von dem Vorvertrag, dem pactum de contrahendo: „“Was man so nennt, ist oft nichts anderes als ein unfertiger, in der Vorbereitung begriffener Vertrag, der natürlich noch keine rechtliche Wirkung haben kann”. Vgl. aber auch Blomeyer, Festschrift Raape (1948) S. 269 ff.Google Scholar
  53. 47.
    Vgl. z. B. RG 169, 185 ff., 189; RG 76, 304 und Enn.-Nipperdey § 162 N. 32; vgl. auch v. Kübel a.a.O. S. 98 u. Zit.Google Scholar
  54. 48.
    Vgl. RG 86, 30 ff.; 141, 370; BGH, LM § 566 Nr. 1 = NJW 1954, 71.Google Scholar
  55. 49.
    Siehe oben § 10 Ziff. 4.Google Scholar
  56. 50.
    Siehe aus der Rechtsprechung des BGH LM § 276 (Fa) Nr. 3, 11, 23, 28, 34, 43; §313 Nr. 64/65; zur amerikanischen Rechtspraxis siehe Kessler, Festschr. v. Caemmerer, 1978, S. 873 ff.Google Scholar
  57. 51.
    Abwegig ist die Gleichstellung des Abbruchs von Vertragsverhandlungen mit der Irrtumsanfechtung in BGH, LM § 276 (Fa) BGB Nr. 28; richtig dagegen BGH, LM § 313 Nr. 64/65; die Parallele zur Irrtumsanfechtung paßt allerdings nicht nur nicht für einen Fall des § 313 BGB, sondern über Haupt nicht.Google Scholar
  58. 52.
    RG 143, 219 ff. 53 RG 132, 26 ff.Google Scholar
  59. 54.
    BGH LM § 276 (Fa) Nr. 3 für den Fall, daß nicht zum Abschluß berechtigte Angestellte das Vertrauen des Partners auf den Vertragsabschluß erweckten, ohne sich zu vergewissern, daß die Firma auch entschlossen war, einen Auftrag zu erteilen.Google Scholar
  60. 1.
    Von Bailas, Das Problem der Vertragsschließung und der vertragsbegründende Akt (Göttingen 1962), wird es als eine neue Einsicht hingestellt, daß die Vertragsschließung eine „Verständigung“ist. Dies ist jedoch niemals strittig gewesen. Problematisch ist nur, welche Rechtsfolgen eintreten, wenn eine wirkliche „Verständigung“im Sinne eines übereinstimmenden oder sich entsprechenden Verständnisses durch den Austausch der Erklärungen nicht erzielt worden ist.Google Scholar
  61. 2.
    Pandektenrecht I § 69 N. 2.Google Scholar
  62. 3.
    Vgl. auch Regelsberger, Pandekten § 149 I 1: „Man kann sagen: durch den Zusammenschluß der Willen entsteht ein neuer Wille, der Vertragswille“.Google Scholar
  63. 4.
    Coing-Staudinger Vorbem. vor §§ 145 ff. N. 1.Google Scholar
  64. 5.
    II, 1 S. 225.Google Scholar
  65. 6.
    Siehe oben § 16 Ziff. 2. 7 Vgl. KG JW 1938, 590.Google Scholar
  66. 8.
    Vgl. die lehrreiche Entscheidung RG 66, 427 ff. und dazu oben § 16 Ziff. 2.Google Scholar
  67. 9.
    Vgl. RG 104, 265 ff., den sogenannten „Weinsteinsäure-Fall“, siehe dazu auch unten Ziff. 5.Google Scholar
  68. 10.
    Vgl. RG Seuff. A. 77 Nr. 59.Google Scholar
  69. 11.
    Anders zu Unrecht gegen die herrschende Meinung Titze, Die Lehre vom Mißverständnis S. 423. Titze meint, die h. M., welche den Vertrag so gelten lasse, wie die Kontrahenten sich verstanden haben, könne sich nur auf Billigkeitserwägungen stützen. Dem ist jedoch nicht so. Der Sinn des Vertrages ist, daß die rechtsgeschäftliche Regelung im Einverständnis der Kontrahenten begründet wird, und deshalb ist es sachgerecht, daß das wirkliche Einverständnis dem normativen Sinn der Erklärungen der Kontrahenten vorgeht (vgl. auch oben § 16 Ziff. ld und Ziff. 2). Ebenso ist Titze, a.a.O. S. 390 ff., nicht zu folgen, daß bei Mehrdeutigkeit einer Erklärung der Kontrahenten der Vertrag nicht zustande komme, auch wenn die Kontrahenten die mehrdeutige Erklärung beide im gleichen Sinne verstanden haben. Vielmehr überwindet in diesem Falle das wirkliche Einverständnis der Kontrahenten die Mehrdeutigkeit der Erklärung.Google Scholar
  70. 12.
    Die Regelungen betreffs des Irrtums und betreffs des Dissenses ergänzen einander. Unrichtig ist die von Bailas, S. 5 ff., vertretene Ansicht, zwischen § 119 Abs. 1 und § 155 bestehe ein „begrifflicher Widerspruch“.Google Scholar
  71. 13.
    Vgl. den lehrreichen Fall der Entscheidung RG Gruch.Beitr. 50, 893 if. In einem Telefonat sagte der Vertreter der Klägerin, daß die Kl. 200 Ballen Baumwolle bestelle. Der Mitinhaber der Beklagten nahm die Bestellung mit den Worten „schön — gut“ an. Die Beklagte lieferte nur 100 Ballen und berief sich gegenüber der Schadensersatzklage der Klägerin wegen Nichtlieferung der zweiten 100 Ballen darauf, daß der Mitinhaber in dem Telefonat die Ziffer „200“ nicht verstanden, sondern auf Grund der Vorverhandlungen, in denen nur von 100 Ballen die Rede gewesen sei, angenommen habe, daß die Klägerin 100 Ballen bestelle. Das Reichsgericht entschied richtig im Gegensatz zu dem Berufungsgericht, daß wenn der Mitinhaber der Beklagten in dem Telefonat die Ziffer „200“ als „100“verstanden habe, ein Vertrag über 200 mangels Dissenses nicht zustande gekommen sei. Denn dann wäre die abgegebene Offerte über „200“ gar nicht zugegangen. Die Aufrechterhaltung des Vertrages über 100 ergibt sich in Anwendung des Gedankens des § 139. Vgl. auch oben § 14 Ziff. 3 f.Google Scholar
  72. 14.
    Savigny, System III S. 265 f. u. N. g. Betreffs der Termini dissensus in corpore und error in corpore sagt er: „Beide Ausdrücke sind also an sich richtig, und bezeichnen nur den Begriff von verschiedenen Seiten“. Hinsichtlich der Fälle des dissensus heißt es sodann: „Der Grund des Mißverständnisses wird hier meist darin liegen, daß die Erklärung von jeder Seite durch Unbestimmtheit zweideutig war“.Google Scholar
  73. 15.
    In der von Kipp besorgten Auflage wird im Sachregister unter dem Stichwort „Dissens“nur verwiesen auf die Ausführungen Kipp55 zum BGB.Google Scholar
  74. 16.
    Pandektenrecht I § 77.Google Scholar
  75. 17.
    Mot. I, 202 (Mugdan I, 464).Google Scholar
  76. 18.
    Vgl. Riese, Rabels Z. 22 (1957), 38.Google Scholar
  77. 19.
    RG 104, 265 ff.; vgl. auch RG JW 1932, 735 ff.; RG 143, 221; RAG 20, 64 ff.; OLG Hamburg, Recht 1922 Nr. 1545 = Hans GZ 1922, 157.Google Scholar
  78. 20.
    Vgl. bes. Rolf Raiser, AcP 127, 1 ff. und die bei Enn.-Nipperdey § 163 N. 9 und Coing-Staudinger § 155 N. 5. Zit.; siehe ferner Hildebrandt, Erklärungshaftung S. 110 ff., 207 ff.Google Scholar
  79. 21.
    Vgl. Oertmann, AcP 121, 122 ff.; Manigk Jber.Jb. 75, 189 ff. Siehe jetzt Kramer, Grundfragen der vertraglichen Einigung, 1972, S. 187 ff.Google Scholar
  80. 22.
    In Anbetracht dessen, daß die Kl. der Bekl. ein Preisverzeichnis gesandt hatte, war das Telegramm der Beklagten als Kaufofferte zu werten und das Telegramm der Kl. — auch nach ihrer Formulierung — als Annahme der Kaufofferte. Vgl. Manigk a.a.O. S. 191 N. 1. 23 Siehe dazu oben § 14 Ziff. 3f.Google Scholar
  81. 24.
    Mot. I, 162 (Mugdan I, 441).Google Scholar
  82. 25.
    LM § 154 Nr. 2 = MDR 1954, 217; siehe auch oben § 16 N. 79a.Google Scholar
  83. 26.
    Vgl. audi v. Kübel, Vorentw. Schuldrecht, Allgem. Teil, Titel 2 I, la, § 4 und Begründung S. 41 ff.Google Scholar
  84. 27.
    Vgl. Windscheid, Pandektenrecht II § 310.Google Scholar
  85. 28.
    Vgl. Mot. 1,163 (Mugdan I, 442).Google Scholar
  86. 29.
    Zu dem gemeinrechtlichen Streit betreffs der Verabredung der schriftlichen Festlegung eines Konsensualvertrags vgl. Windscheid, Pandektenrecht II § 312 N. 12; siehe auch Savigny, Obligationenrecht II S. 243 ff.Google Scholar
  87. 30.
    Vgl. zu der „stillschweigenden Verabredung der Beurkundung“ Soergel-Lange, § 154 N. 10 u. Zit.Google Scholar
  88. 31.
    Vgl. Regelsberger, Civilrechtliche Erörterungen (1868) S. 161.Google Scholar
  89. 32.
    I, 28 (Mugdan I, 837).Google Scholar
  90. 33.
    Vgl. den Fall RG, Seufif. A. 76 Nr. 109.Google Scholar
  91. 1.
    Vgl. v. Tuhr II, 1 S. 224 ff., S. 460 N. 11; Enn.-Nipperdey § 146 N. 2. Vgl. aber auch Müller-Freienfels, Die Vertretung beim Rechtsgeschäft S. 197 N. 26 u. Zit. Auf die Frage, ob das Vertragsangebot ein Rechtsgeschäft sei, weil es das Recht des Angebotsempfängers zur Annahme begründe, kommt es nicht an. Entscheidend ist, daß die Offerte wie die Annahme keine „einseitigen“ Rechtsgeschäfte im Sinne der Bestimmungen des BGB sind, und das kann nicht in Frage gestellt werden. Siehe aber auch Bucher, Z. Schweiz. Recht 85, 394.Google Scholar
  92. 2.
    Die Genehmigung des Vertragsangebots wird nicht, wenn sie vor der Annahme des Angebots erfolgt, zur „Einwilligung“ des Vertrages. Die Unterscheidung der Rechtsfolgen der Einwilligung und Genehmigung in § 108 Abs. 2 ist nur sinnvoll, wenn man auf die Erklärung des Minderjährigen abstellt, und im Verhältnis zu ihr ist die Genehmigung eben keine „Einwilligung“.Google Scholar
  93. 3.
    Vgl. Mot. I, 167 (Mugdan I, 444); anders ADHGB Art. 337. Auch im Vor-entw., v. Kübel, Schuldverhältnisse, Allgem. Teil Titel 2 I, la § 7 heißt es: „Ein Anerbieten zu einem Vertrage, das erkennbar für mehrere Personen geschieht, ist im Zweifel kein bindender Vertragsantrag.“.Google Scholar
  94. 4.
    Anders Schweiz.Obl.R. Art. 7 Abs. 3 für die Auslage von Waren.Google Scholar
  95. 5.
    Mot. I, 169 (Mugdan I, 445).Google Scholar
  96. 6.
    Anders Coing-Staudinger § 147 N. 3, daß ein schriftlicher Antrag stets als Antrag gegenüber einem Abwesenden zu werten und deshalb § 147 Abs. 2 anzuwenden sei; vgl. auch RG 83, 106; BGH LM § 147 Nr. 6.Google Scholar
  97. 7.
    So mit Recht Enn.-Nipperdey § 161 II 2 zu N. 25.Google Scholar
  98. 8.
    Vgl. RG Seuff. A. 80 Nr. 175; RG 104, 235 ff. 8 Siehe oben § 14 Ziff. 3e.Google Scholar
  99. 10.
    Vgl. RG, LZ 1925, 252.Google Scholar
  100. 11.
    Vgl. auch Art. 1326 Abs. 2 ital.cod.civ., welcher dem Sinngehalt des § 147 Abs. 2 entspricht: L’ accettazione deve giungere al proponente nel termine da lui stabilito o in quello ordinariamente necessario secondo la natura deW ajfare o secundo gli usi.Google Scholar
  101. 12.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 161 II 2 zu N. 28; vgl. aber audi zu dem Angebot durch Fernschreiber Greulich, BB 1954, 491.Google Scholar
  102. 13.
    Vgl. die Hinweise bei Coing-Staudinger Vorbem. vor §§ 145 ff. N. 28 ff.Google Scholar
  103. 14.
    Vgl. Windscheid, Pandektenrecht II § 307.Google Scholar
  104. 15.
    Vgl. Mot. 1,164 ff. (Mugdan I, 443). v. Kübel, Vorentw. Schuldverh., Allgem. Teil, Titel 2,1, la, Begründung S. 45 ff.Google Scholar
  105. 16.
    Vgl. Koppen, Jher.Jb. 11 (1871), 139 ff.; Siegel, Das Versprechen als Verpflichtungsgrund im heutigen Recht (1873); (vgl. dazu Windscheid, Pandektenrecht II § 304 N. 12). Die gemeinrechtliche Lehre wurde teilweise im Ergebnis auch durch die Annahme eines „stillschweigenden“Widerrufsverzichts aufgegeben. Vgl. Regelsberger, Civilrechtl. Erörterungen S. 70 ff.Google Scholar
  106. 17.
    Vgl. Windscheid, Pandektenrecht II S. 307 N. 5 Zit. Betreffs einer begrenzten Schadensersatzpflicht des Offerenten bei Widerruf vgl. auch Art. 1328 Abs. 1 ital. cod.cİv.Google Scholar
  107. 18.
    Mot. I, 166 (Mugdan I, 443).Google Scholar
  108. 19.
    Regelsberger, Civilrechtliche Erörterungen S. 72 glaubte, „die Lösung des Rätsels“ darin gefunden zu haben, daß mit der Offerte zu dem Vertragssdiluß in den Fällen des ausdrücklichen oder stillschweigenden Widerrufsverzichts zugleich ein zweites Angebot, ein „Behaftungsanerbieten“ verbunden sei und dieses stillschweigend angenommen werde.Google Scholar
  109. 20.
    Pandektenrecht II § 307 N. 7a.Google Scholar
  110. 21.
    Es kommt für den rechtzeitigen Zugang des Widerrufs nicht darauf an, wann der Angebotsempfänger von der Offerte und dem Widerruf Kenntnis nimmt (Vgl. RG 91, 60 ff., 62). Manche nehmen zwar an, daß der Antrag auch dann nicht mehr annahmefähig sei, wenn der Angebotsempfänger gleichzeitig mit der tatsächlichen Kenntnis vom Angebot auch die Kenntnis von dem Widerruf erhalte. Die Annahme soll in diesem Falle gegen Treu und Glauben verstoßen. Nur von der Kenntnis des Antrags an erfordere es das Interesse des Angebotsempfängers, daß er sich bei seinen Dispositionen auf den Bestand des Angebots verlassen könne. (Vgl. Coing-Staudinger § 130 N. 17 u. Zit.) Dieser Argumentation ist jedoch nicht zu folgen, und das Reichsgericht (a.a.O. S. 63) hat sie ausdrücklich verworfen. Die Bindungswirkung der Offerte tritt ungeachtet dessen ein, ob der Angebotsempfänger bereits Dispositionen getroffen hat. Dann ist aber auch die Kenntnisnahme für die Abgrenzung der Wirksamkeit des Widerrufs kein geeignetes Kriterium. In der zweiten Kommission war der Antrag gestellt worden, hinsichtlich der Geltung des Widerrufs einer Willenserklärung auf den Zeitpunkt der Kenntnisnahme der Willenserklärung abzustellen. Der Antrag wurde aber abgelehnt. Vgl. dazu und zu den Gründen der Ablehnung Prot. I, 147 ff. (Mugdan I, 685 ff.). Wenn der Offerent sich bei seiner Offerte in einem beachtlichen Irrtum befunden hat und dementsprechend seine Offerte berichtigt, kann diese allerdings nicht mehr angenommen werden. Die „Berichtigung“ist vielmehr eine Anfechtung verbunden mit einem neuen Angebot.Google Scholar
  111. 22.
    Siehe auch unten § 40 Ziff. lg.Google Scholar
  112. 23.
    Vgl. RG 102, 227 ff.; JW 1921, 393; für den Fall, daß der Empfänger eines solchen „freibleibenden“ Angebots „sofortige“ Lieferung verlangt, hat das Reichsgericht (RG 103, 312 ff.) mit Recht entschieden, daß, wenn der freibleibend Anbietende auf die Bestellung nicht sofort liefere, der Vertrag nicht zustande kommt.Google Scholar
  113. 24.
    Als Aufforderung zur Offerte wertet die genannten Vorbehalte Enn.-Nipperdey § 161 III lb; vgl. vor allem auch Oertmann § 145 N. 3b u. Zit.Google Scholar
  114. 25.
    Vgl. RG 103,414 ff.; 104,171; 104,306 ff.; vgl. audiBGH 1,353 ff. DerBGHhat mit Recht angenommen, daß die Preisvorbehaltsklausel auch den Sinn haben kann, daß der Verkäufer nur berechtigt ist, unter Abstandnahme von dem ursprünglichen Vertrage dem Käufer ein neues Angebot zu unterbreiten. Für diesen Fall ist dem BGH beizupflichten, daß bei beiderseitigen Handelsgeschäften der Vertrag nach dem neuen Preisangebot zustande kommt, wenn der Käufer nicht unverzüglich widerspricht.Google Scholar
  115. 26.
    BGH, LM § 157 (Gf) Nr. 4 = NJW 1958, 1628.Google Scholar
  116. 27.
    Mot. I, 166 (Mugdan I, 443).Google Scholar
  117. 29.
    Vgl. v. Tuhr II, 1 S. 487.Google Scholar
  118. 30.
    A. A. v. Tuhr a.a.O. S. 488.Google Scholar
  119. 31.
    Vgl Windscheid, Pandektenrecht II § 307 Ziff. 2 u. Zit. und bes. Regels-berger, Civilrechtl. Erörterungen S. 98 if. Zu der Begründung der Haftung auf das negative Interesse durch Jhering unter dem Gesichtspunkt der Haftung für culpa in contrahendo (Jher.Jb. 4, 92 ff.) vgl. Regelsberger a.a.O. S. 109. Zu der Problematik, der sich der Gesetzgeber gegenübersieht, siehe vor allem auch die gründlichen Ausführungen bei v. Kübel, Schuldverhältnisse, Allgem. Teil, Titel 2, I, la S. 82 ff.Google Scholar
  120. 32.
    Prot. 1,182 (Mugdan I, 695).Google Scholar
  121. 33.
    Mot. I, 176 (Mugdan I, 449).Google Scholar
  122. 34.
    Enn.-Nipperdey § 161 N. 34.Google Scholar
  123. 35.
    Vgl. Coing-Staudinger § 153 N. 4; Enn.-Nipperdey § 161 N. 35; v.Tuhr II, 1 S. 470 ff.Google Scholar
  124. 36.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 161 zu N. 35 u. Zit.; audi diejenigen, welche einen solchen Anspruch mangels gesetzlicher Begründung nicht anerkennen, meinen doch, daß er de lege ferenda angemessen sei. Vgl. dazu von Tuhr II, 1 S. 471; Coing-Staudinger § 153 N. 4.Google Scholar
  125. 37.
    Prot. I, 182 (Mugdan I, 695).Google Scholar
  126. 38.
    So Corng-Staudinger § 153 N. 7, aber audi Prot. I, 182 (Mugdan I, 695).Google Scholar
  127. 39.
    Vgl. Windscheid, Pandektenrecht II § 307 Ziff. 3.Google Scholar
  128. 40.
    Mot. I, 176 (Mugdan I, 449).Google Scholar
  129. 41.
    Siehe oben I Ziff. 1.Google Scholar
  130. 42.
    Vgl. RG 92, 232 ff., 235.Google Scholar
  131. 43.
    Prot. I, 7366 (Mugdan I, 708).Google Scholar
  132. 44.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 162 I 2b.Google Scholar
  133. 45.
    Zur „stillschweigenden Erklärung“ vgl. RG 76, 364 ff., 366 und dazu Coing-Staudinger § 152 N. 3.Google Scholar
  134. 46.
    Şiirde der Offerent in Unkenntnis des § 152 der Ansicht sein, daß auch bei der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung der Vertrag erst durch Zugang der Annahmeerklärung zustande komme und dies „wollen“, so könnte er seine Erklärung nicht wegen Irrtums nach § 119 Abs. 1 anfechten. Siehe dazu oben § 23 Ziff. 4d.Google Scholar
  135. 47.
    Vgl. RG 96, 273 ff., S. 275 u. zit. Entsch.; Coing-Staudinger § 152 N. 4.Google Scholar
  136. 48.
    In Wirklichkeit neigt auch RG 96, 273 ff. (vgl. S. 276 ff.) dieser Ansicht zu.Google Scholar
  137. 49.
    Ob der „Annehmende“ sich dessen bewußt ist, ist ohne Belang.Google Scholar
  138. 50.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 161 N. 6 u. Zit.; siehe auch v. Kübel, Schuldverhältnisse, Allgem. Teil, Tit. 2 I, la Begründung S. 36 u. Zit.Google Scholar
  139. 51.
    Vgl. Coing-Staudinger § 145 N. 14 u. Zit.; Siebert-Mezger § 145 N. 3.Google Scholar
  140. 52.
    Vgl. die lehrreiche Entsch. RG 105, 255 ff. 33 Mot. I, 171 (Mugdan I, 446).Google Scholar
  141. 54.
    Für die rechtzeitig abgesandte und nur verspätet zugegangene Annahmeerklärung gilt § 150 Abs. 1 nicht, wenn der Antragende erkennen mußte, daß sie rechtzeitig abgesandt war. Der Offerent hat in diesem Falle nach § 149 nur die Möglichkeit der unverzüglichen Verspätungsanzeige, oder der Vertrag ist geschlossen.Google Scholar
  142. Der Offerent kommt also im Falle der rechtzeitig abgesandten und nur verspätet zugegangenen Annahme nicht in die Lage eines Angebotsempfängers. Er hat insbesondere keine Deliberationsfrist.Google Scholar
  143. 55.
    Vgl. KG 103, 11 ff.; HRRspr 1929 Nr. 1559; Seuff. A. 77 Nr. 112.Google Scholar
  144. 56.
    BGH, LM § 150 Nr. 1 = NJW 1951, 313.Google Scholar
  145. 57.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 162 III 2; Coing-Staudinger § 150 N. 1.Google Scholar
  146. 58.
    Wesentlich ist nach Ansicht des BGH, LM § 150 Nr. 1 = NJW 1951, 313 die exakte Einhaltung der Annahmefrist z. B. beim Versicherungsvertragsantrag.Google Scholar
  147. 58.
    a Zu der Entsdi. siehe Canaris, Festsdir. Wilburg, 1975, S. 94 ff.Google Scholar
  148. 59.
    Vgl. bes. Himmelschein, Beiträge zu der Lehre vom Rechtsgeschäft (1930) S. 37 ff.Google Scholar
  149. 59a.
    Vgl. RG 2, 43 ff. u. Zit. S. 44 zu dem Geschäftsabschluß unter Kaufleuten nach Handelsrecht vor Inkrafttreten des BGB; RG 84, 320 ff.Google Scholar
  150. 60.
    Vgl. RG 102, 370 ff.Google Scholar
  151. 61.
    Prot. I, 175 (Mugdan I, 693).Google Scholar
  152. 62.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 162 I 2a; Coing-Staudinger § 151 N. 4.Google Scholar
  153. 63.
    Vgl. die oben erörterte Entscheidung BGH, LM § 150 Nr. 1.Google Scholar
  154. 64.
    Vgl. Manigk, Rechtswirksames Verhalten S. 370 u. Zit.Google Scholar
  155. 65.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 145 II A 3; § 162 N. 6; Oertmann § 151 N. 3b u. Zit.; Manigk, Rechtswirksames Verhalten S. 447 ff., 454.Google Scholar
  156. 66.
    Siehe oben § 5 Ziff. 4.Google Scholar
  157. 67.
    Vgl. Enn.-Nipperdey § 162 N. 9 u. Zit.; Coing-Staudinger § 151 N. 4; RG 84, 320 ff.; 102, 370 ff. Allerdings muß es sich wirklich um eine „Annahme“handeln, vgl. dazu bes. RG 84, 320 ff. Bei der Bestellung von Waren dürfte es richtig sein, daß erst die Versendung die „Annahme“im Sinne von § 151 ist, so daß bis zur Versendung der Angebotsempfänger noch nicht gebunden ist. Lehrreich für die Unwiderruflichkeit der Annahme nach § 151 ist die noch vor dem BGB ergangene Entscheidung RG 36, 322 ff. für den Fall des Kaufs eines Lotterieloses. Der Losverkäufer hatte dem Käufer auf seine Bestellung ein Los übersandt. Infolge unrichtiger Adressierung war der Brief von dem Sohn des Käufers nicht angenommen worden und als unbestellbar an den Verkäufer zurückgelangt. Der Losverkäufer wechselte das Los und sandte dem Käufer ein neues Los zu. Auf das ursprünglich zugesandte Los entfiel ein Gewinn. Der Klage des Loskäufers auf Herausgabe des Gewinns wurde vom Reichsgericht stattgegeben.Google Scholar
  158. 68.
    Vgl. betr. des Kaufs eines Loses BGH, LM § 148 Nr. 2 = NJW 1957, 1105. Die von den übereinstimmenden Entscheidungen des LG und des OLG abweichende Entscheidung des BGH ist nicht überzeugend.Google Scholar
  159. 69.
    Vgl. audi Coing-Staudinger § 146 N. 8.Google Scholar
  160. 69.
    Siehe zu der Entsch. Canaris, Festschr. Wilburg, 1975, S. 86 u. N. 42 Zit.Google Scholar
  161. 70.
    Vgl. BGH 18, 212 ff.Google Scholar
  162. 71.
    In der Entscheidung LM § 151 Nr. 2 sagt der BGH, daß in dem Schweigen auf ein Angebot zu einem Vertrag, über den in allen wichtigen Punkten durch die geführten Verhandlungen Einverständnis erzielt war, in der Regel eine Annahme des Angebots zu sehen ist. Ein solches „Angebot“ist aber in Wirklichkeit einem kaufmännischen Bestätigungsschreiben gleichzuachten.Google Scholar
  163. 1.
    So das Bundesoberhandelsgericht in ROHG (2. Aufl.) 1, 76 ff., 81; vgl. Zit. a.a.O. S. 76.Google Scholar
  164. 2.
    ROHG 15, 94 ff., 97.Google Scholar
  165. 3.
    Grundlegend RG 54, 176 ff. mit Zit. d. Rspr. des ROHG a.a.O. S. 180; vgl. ferner besonders RG 95, 96 ff.; 103, 401 ff.; 105, 389 ff.; 129, 347 ff.; Zit. bei Krause, Schweigen im Rechtsverkehr S. 10 N. 27; v. Godin, RGRKom. HGB § 346 N. 16h.Google Scholar
  166. 4.
    Kennzeichnend ist die Entscheidung RG 103, 401 ff. Der Sachverhalt, welcher der Entscheidung zugrunde liegt, ist besonders zu beachten. Die Schreiben, welche in dem vom Reichsgericht entschiedenen Falle gewechselt wurden, waren gewöhnliche Offerte und Annahme. Gerade diese Entscheidung spielt aber in der Lehre vom kaufmännischen Bestätigungsschreiben eine besondere Rolle (vgl. Krause a.a.O. S. 14).Google Scholar
  167. 5.
    Vgl. BGH I u. II, LM § 150 Nr. 2 u. 4; LM § 154 Nr. 6; siehe aber auch BGH 54, 236.Google Scholar
  168. 6.
    BGH 11, 1 ff., 3; ebenso auch schon das Reichsgericht, RG Gruch. 71, 253 ff., 254. Vgl. aber auch BGH, NJW 1964, 1223, daß die Regeln über das kaufmännische Bestätigungsschreiben nicht ohne weiteres gegenüber einer Gemeinde gelten; zu dem umgekehrten Fall, daß der bestätigende Nichtkaufmann ähnlich einem Kaufmann am Geschäftsleben teilnimmt vgl. BGH NJW 63, 1922 = BGH 40, 42 ff.Google Scholar
  169. 7.
    Vgl. BGH 20, 149 ff.; LM § 346 (Ea) HGB Nr. 11.Google Scholar
  170. 8.
    Vgl. BGH 7, 187 ff. u. Zit., 11, 1 ff., 4; 40, 44.Google Scholar
  171. 9.
    So mit Redit BGH 40, 42 ff. entgegen der früheren Rechtsprechung, RG 129, 347 ff., 349; BGH 11, 1 ff., 4.Google Scholar
  172. 10.
    So RG 129, 347.Google Scholar
  173. 11.
    Lehrreich ist die zitierte Entscheidung RG 105, 389 ff.Google Scholar
  174. 12.
    Vgl. BGH 20, 149 ff., 153 ff.; 11, 1 ff.Google Scholar
  175. 13.
    Schweigen im Rechtsverkehr, S. 125 ff.Google Scholar
  176. 14.
    Vgl. v. Godin, RGRKom. HGB § 346 N. 16 h; Manigk, Rechtswirksames Verhalten, S. 291 ff.Google Scholar
  177. 15.
    So Coing-Staudinger Vorbem. 6a vor §§ 116 ff.; Diederichsen JuS 1966, 135 ff.; , Vertrauenshaftung, S. 206 ff. u. Zit.Google Scholar
  178. 15a.
    Die prage nacn dem „Warum“der Geltung (Larenz Allg. T.4 S. 563) hat schon das Reichsoberhandelsgericht zutreffend beantwortet (siehe oben zu Anm. 2).Google Scholar
  179. 16.
    Vgl. Manigk und Krause a.a.O.Google Scholar
  180. 16a.
    So Diederichsen a.a.O.Google Scholar
  181. 16.
    b Man mag den Rechtssatz aus doktrinären Gründen mißbilligen (so Bydlinsky, Privatautonomie 1967, S. 194 ff.). Davon bleibt die Geltung des Rechtssatzes aber unberührt.Google Scholar
  182. 17.
    a.a.O. S. 131.Google Scholar
  183. 18.
    Vgl. BGH 11, 1 ff. u. S. 5 Zit.; LM § 346 (Ea) HGB Nr. 13, 16 u. Zit.Google Scholar
  184. 19.
    Vgl. KG 105, 389.Google Scholar
  185. 20.
    Vgl. BGH BB 1952, 903.Google Scholar
  186. 21.
    So mit Redit Krause a.a.O. S. 134 ff.; v. Godin RGRKom. HGB § 346 N. 16 h; vgl. audi Enn.-Nipperdey § 153 N. 19, 20, 32. In der Entscheidung BGH 11, 1 ff., 6, ist die Frage offengelassen. Wenn BGH 20, 154 so zu verstehen wäre, daß eine Irrtumsanfechtung überHaupt nicht möglich sei, wäre der Entscheidung nicht zu folgen.Google Scholar
  187. 1.
    Siehe Kommentare zum Gesetz zur Regelung des Rechts der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB-Gesetz).Google Scholar
  188. 2.
    Vgl. Esmein, Planiol-Ripert VI Nr. 122 ff. u. Zit.; Ferid, Französ. Zivilrecht I, 420 u. Zit.; zum schweizer. Recht siehe Guhl, Schweiz. Obl.R.6 § 13 VII.Google Scholar
  189. 3.
    Raiser, Das Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen S. 151/2.Google Scholar
  190. 4.
    Zum Rechtszustand vor dem AGB-Gesetz siehe Voraufl. § 37 u. Zit.Google Scholar
  191. 5.
    Audi vor dem AGB-Gesetz bedurfte die „Verweisung“ grundsätzlich der vertraglichen Vereinbarung; siehe BGH 1, 83 ff.; 3, 200 ff.; 9, Iff.; 18, 98 ff.; 18, 212 ff.; BGH VIII ZR 146/77 vom 7. 6.1978, DB 1978, 1587 u. Zit.Google Scholar
  192. 8.
    Siehe audi oben S. 610.Google Scholar
  193. 9.
    BGH 1, 83 ff. u. S. 86 Zit.Google Scholar
  194. 10.
    BGH 17,1 ff.; Lukes, Festsdir. Hueck (1959), S. 476 u. N. 67 Zit.Google Scholar
  195. 11.
    Vgl. dazu Lukes, Festsdir. Hueck (1959) S. 459 ff., 479 ff.Google Scholar
  196. 12.
    Raiser a.a.O. S. 277.; Haupt ZAkDR 1943, 84 ff.; anders Lukes a.a.O. S. 477 ff.Google Scholar
  197. 13.
    Auf „Treu und Glauben“ stützte die Rechtsprechung vor dem AGB-Gesetz die Beschränkung. So heißt es in BGH 63, 323 ff. in einem Fall des Ausschlusses der3 Gewährleistung für die Echtheit von Kunstwerken durch Allgem. Geschäftsbedingungen, die der BGH hier gelten ließ: „Zwar geht der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung davon aus, daß derjenige, der durch Bezugnahme auf seine eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Vertragsfreiheit allein für sich in Anspruch nimmt, bereits bei ihrer Aufstellung den schutzwürdigen Interessen seiner künftigen Vertragspartner Rechnung tragen muß; Klauseln, mit denen der Aufsteller einseitig seine eigenen Interessen durchsetzen will, können daher unangemessen und damit gemäß § 242 BGB unwirksam sein, auch wenn sie in den Grenzen der §§ 138, 476 BGB Gegenstand einer individualrechtlichen Vereinbarung sein könnten (BGHZ 50, 200; 54, 106; 60, 244).“Google Scholar
  198. 14.
    Siehe dazu Schapp, DB 1978, 621 ff.Google Scholar
  199. 15.
    Vgl. BGH 22, 92. Nicht zu folgen ist Lukes Festsdir. Hueck S. 483 ff., daß bei Nichtigkeit einer Bestimmung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen diese in ihrer Gesamtheit nichtig seien. Der Praeventionsgesichtspunkt (Lukes a.a.O. S. 490) ist fehl am Platz.Google Scholar
  200. 16.
    Siehe Schlechtriem, Festschr. Wahl, 1973, S. 67 ff.Google Scholar
  201. 17.
    Vgl. den Fall der Entsch. BGH, LM § 150 Nr. 2.Google Scholar
  202. 18.
    Vgl. den Fall der Entsch. BGH, LM § 150 Nr. 5.Google Scholar
  203. 19.
    Vgl. BGH 18, 212 ff.Google Scholar
  204. 20.
    Die Entscheidung des BGH geht davon aus, daß das bloße Schweigen grundsätzlich nicht als Zustimmung und deshalb auch das Schweigen auf die — nach § 150 Abs. 2 als neues Angebot zu wertende — Annahme unter Verweis auf die Allgemeinen Geschäftsbeclingungen nicht als Annahme dieses neuen Angebots gelten könne. Sicher gilt Schweigen grundsätzlich nicht als Zustimmung, weil es grundsätzlich über Haupt keine Erklärung ist (siehe oben § 5 Ziff. 2). Bei der Annahme unter Bezugnahme auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Annehmenden sollte es aber — abgesehen von dem Fall, daß der Offerent sich ebenfalls auf seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen bezogen hat — einer besonderen Zustimmungserklärung des Offerenten gar nicht bedürfen. Vielmehr sollte es zum Vertragsschluß genügen, daß der Annahme von dem Offerenten nicht widersprochen wird. 21 Vgl. BGH, a.a.O.Google Scholar
  205. 22.
    LM, Allg. Geschäftsbed. Nr. 47.Google Scholar
  206. 23.
    JZ 1977, 602 ff., Anm. Lindacher.Google Scholar
  207. 24.
    Ebenso des siebenten Senats, LM § 150 Nr. 6.Google Scholar
  208. 25.
    Siehe Schlechtriem a.a.O. S. 67 ff.; Lindacher a.a.O.; Larenz, Allgem. T.4 S. 489 u. Zit.; Medicus, Bürgerl. R. Tz 75.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • Werner Flume
    • 1
  1. 1.Bonn-Bad GodesbergDeutschland

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