Haftung für Schulden der Gewaltunterworfenen

  • Leopold Wenger
  • Wolfgang Kunkel
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 2/3)

Zusammenfassung

Wie schon früher bemerkt worden ist (§ 37, 3b), war der Gewaltunterworfene, der Sklave sowohl wie das Hauskind, grundsätzlich geschäftsfähig. Seine Rechtsgeschäfte waren gültig, aber da er eigenes Vermögen nicht haben konnte, fiel alles, was er durch sie erwarb, ohne weiteres in das Vermögen des Gewalthabers. Von der Seite des Erwerbs aus gesehen, war er also lediglich ein Organ des pater familias. Anders stand es mit den Verpflichtungen. Für die vom Gewaltunterworfeworfenen eingegangenen Verpflichtungen haftete der pater familias nach Zivilrecht grundsätzlich überhaupt nicht. Sie belasteten umgekehrt nur den Gewaltunterworfenen selber. Dabei war die Rechtslage verschieden, je nachdem es sich um Verpflichtungen aus Rechtsgeschäft oder aus Delikt handelte, und je nachdem, ob der Gewaltunterworfene ein Haussohn, eine Haustochter oder ein Sklave war.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag / Berlin · Göttingen · Heidelberg 1949

Authors and Affiliations

  • Leopold Wenger
  • Wolfgang Kunkel
    • 1
  1. 1.UniversitätHeidelbergDeutschland

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