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Pfandrechte

  • Leopold Wenger
  • Wolfgang Kunkel
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 2/3)

Zusammenfassung

Pfandrechte sind dingliche Rechte, die einem Gläubiger zur Sicherung seiner Forderung eingeräumt werden. Das klassische römische Recht kannte zwei Grundtypen solcher Rechte: die zivilrechtliche Sicherungsübereignung (fiducia cum creditore contracta, § 92) und das eigentliche Pfandrecht (pignus, h ypotheca, § § 93f.), das in seiner klassischen Ausgestaltung ein Werk prätorischer Rechtsschöpfung war. Bei der fiducia erhielt der Gläubiger das zivile Eigentum an dem Sicherungsobjekt und unterlag lediglich einer schuldrechtlichen Verpflichtung zur Rückübereignung nach Tilgung der Schuld. Das prätorische Pfandrecht dagegen gab dem Gläubiger nur ein beschränkt dingliches Recht an fremder Sache, das ihn befähigte, beim Ausbleiben der Erfüllung seine Befriedigung in der Sache zu suchen, und dessen Bestand unmittelbar mit dem der gesicherten Forderung verknüpft war, derart, daß es ohne eine solche Forderung weder entstehen noch fortbestehen konnte (akzessorischer Charakter des Pfandrechts). Das j ustinianische Recht kannte nur noch das eigentliche Pfandrecht; die fiducia war zusammen mit den zivilen Übereignungsformen (mancipatio, in iure cessio), an die sie gebunden war, im Lauf des vierten und fünften Jahrhunderts außer Übung gekommen (vgl. § 54, 5; § 55, 4); in den justinianischen Rechtsbüchern ist sie durch Interpolationen ausgemerzt.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag / Berlin · Göttingen · Heidelberg 1949

Authors and Affiliations

  • Leopold Wenger
  • Wolfgang Kunkel
    • 1
  1. 1.UniversitätHeidelbergDeutschland

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