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Das Problem des Naturgesetzes, der irrealen Konditionalsätze und des hypothetischen Räsonierens

  • Wolfgang Stegmüller
Part of the Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie book series (STEGMUELLER, volume 1)

Zusammenfassung

Eine der für wissenschaftliche Erklärungen aufgestellten Adäquatheitsbedingungen lautete: Das Explanans muß mindestens ein Gesetz oder eine Theorie enthalten. Was aber ist das Kriterium der Gesetzesartigkeit bzw. der Theorienartigkeit? Unter einer gesetzes artigen Aussage wollen wir dabei entsprechend einem Vorschlag von N. Goodman eine solche Aussage verstehen, die alle Merkmale eines Gesetzes besitzt außer evtl. dem Merkmal der Wahrheit. Von der Frage der Richtigkeit soll also abstrahiert werden. Da es einerseits viele wahre Aussagen gibt, die keine Gesetze sind, andererseits im Verlauf der Wissenschaft immer wieder Gesetze hypothetisch angenommen wurden, die sich zur Bestürzung der Wissenschaftler im nachhinein als falsch erwiesen, ist diese Abstraktion sicherHch berechtigt. Wahrheit ist weder eine hinreichende noch eine notwendige Bedingung der Gesetzesartigkeit. Das Analoge gilt von der Theorienartigkeit. Da das Problem in beiden Fällen analog ist und Theorien im Vergleich zu Gesetzen kompliziertere Gebilde darstellen, beschränken wir uns für die folgende Diskussion auf den einfacheren Fall der Gesetzesartigkeit. Wir bleiben dabei dessen eingedenk, daß das gesuchte Kriterium ebenso auf den komplexeren Fall anwendbar sein muß, daß es also ebenso die Unterscheidung von Gesetzen und Nichtgesetzen wie die von Theorien und Nichttheorien ermöglichen soll. Aussagen, die das gesuchte Kriterium nicht erfüllen, sollen akzidentelle oder kontingente Aussagen heißen. Meist werden wir von akzidentellen Aussagen sprechen und das Wort „Kontingenz” nur als Substantiv verwenden. Es handelt sich hier nur um bequemere Ausdrücke gegenüber der spröden Wendung „nichtgesetzesartige Aussagen“.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Stegmüller
    • 1
  1. 1.Philosophisches Seminar IIUniversität MünchenDeutschland

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