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Selektion als wirksamer Faktor in der Evolution des Menschen

Chapter
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Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 121)

Zusammenfassung

Vor nicht langer Zeit sdiicite mir unser Augenarzt ein Elternpaar zur Familienberatung. Das erste Kind hatte im Alter von einem Jahr an beiden Augen bösartige Tumoren, sogenannte Retinoblastome, bekommen und war erblindet. Nun wollten die Eltern wissen, ob sie ein weiteres Kind riskieren könnten oder ob sie damit redinen müßten, daß es ebenfalls ein Retinoblastom bekäme. Als idi mir die Eltern genau ansah, bemerkte ich, daß der Vater ein Glasauge trug. Auf meine Frage hin gab er an, das Glasauge habe er schon seit seiner frühen Kindheit; seine Mutter habe ihm erzählt, daß sein eines Auge wegen eines angeborenen Stars herausgenommen werden mußte, als er ein Jahr alt war. Idi konnte herausfinden, in welchem Krankenhaus die Operation damals ausgeführt worden war, und als ich von dort den Befund erhielt, bestätigte sidi meine Vermutung: auch der Vater hatte ein Retinoblastom gehabt, nur war es bei ihm einseitig geblieben, und er war durch Operation geheilt worden. Das stimmte mit der allgemeinen Erfahrung überein, wonadi das Retinoblastom in einem Teil der Fälle einen sog. dominanten Erbgang zeigt; es vererbt sich also von einem der Eltern auf durdischnittlich die Hälfte der Kinder. Idi konnte den Eltern diese sdiledite Nadiridit nicht ersparen: jedes weitere Kind hätte eine Chance von 50%, eine Erbanlage für den gleidien Tumor zu bekommen.

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© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1973

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