Pathophysiologische Grundlage der Hirnszintigraphie

  • Ulrich Zeidler
  • Sybille Kottke
  • Heinz Hundeshagen

Zusammenfassung

Die Konzentration der zur Untersuchung verwendeten radioaktiven Verbindung ist in der Hirngeschwulst bzw. den vasculär geschädigten Hirnarealen höher als im normalen Nervengewebe. Diese vermehrte Anreicherung ermöglicht die positive Darstellung des erkrankten Bezirkes im Gegensatz zur szintigraphischen Diagnostik anderer Organe, bei denen die radioaktive Substanz im normalen Organgewebe gespeichert wird und sich pathologische Veränderungen als Areale verminderter Radioaktivitätsanreicherung darstellen. Wie es zu der mehr oder minder ausgeprägten Konzentration der verschiedenartigsten Radionukhde und Verbindungen unterschiedlicher Molekülgröße in den histologisch difFerenten Tumorarten sowie in vasculären Prozessen kommen kann, ist in den letzten Ursachen bislang nicht endgültig geklärt. Eine ausgeprägte Tumorvascularisation hat sicher einen Einfluß auf die Intensität der Anreicherung, off’enbar jedoch keinen Einfluß auf die Nachweiswahrscheinlichkeit [68]. Falsch negative Befunde sind bei Verwendung von 99mTc-Pertechnetat jedoch häufiger in der Gruppe der gefäßarmen Tumoren [68]. Die Befunde wechseln auch mit der Art des Tumors. Ein gefäßreiches Meningeom speichert in der Regel intensiver als ein hochvasculari- siertes GHoblastom [87]. Die Aktivitätskonzentration eines gefäßarmen Meningeoms ist in der Regel nicht geringer als die eines gefäßreichen Tumors dieser Art [103]. Der Gefäßreichtum einer blastomatösen Hirngeschwulst allein ist daher keine ausreichende Erklärung für die Konzentration der radioaktiven Verbindung im Tumor.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin — Heidelberg 1972

Authors and Affiliations

  • Ulrich Zeidler
    • 1
  • Sybille Kottke
    • 2
  • Heinz Hundeshagen
    • 1
  1. 1.Medizinische Hochschule HannoverDeutschland
  2. 2.Neurologischen KlinikMedizinischen Hochschule HannoverDeutschland

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