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Die Dokumentation bei großen Reihenuntersuchungen über die Entstehungsbedingungen chronischer Krankheiten

  • Lothar Horbach
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 72)

Zusammenfassung

Für viele Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems und für die Krebskrankheiten sind ganze Komplexe von Einflußfaktoren ätiologisch in Betracht zu ziehen. Die Wirkung solcher Einflußfaktoren kann man nicht am einzelnen Kranken nachweisen. Die Hypothese eines Zusammenhangs zwischen Faktor und Erkrankung läßt sich nur auf Grund genügend umfangreicher Reihenuntersuchungen statistisch prüfen. Zuverlässige Resultate, insbesondere die als Voraussetzung für das statistische Schließen notwendige Gleichartigkeit der Erfassung in den Vergleichsgruppen, werden durch prospektive Studien erzielt (4). Die Möglichkeiten der Informationsgewinnung bei prospektiven Reihen und die Aufgaben der Dokumentation sind in dem Schema der Abb. 1 aufgezeigt. Potentielle Einflußfaktoren und Erkrankungen werden in zeitlicher Folge erfaßt. Ausgangspunkt ist die eingehende Erhebung der Anamnese und des Befundes am Beginn der Studie. Anamnestisch wird nach zurückliegenden Erkrankungen, bestehenden Beschwerden ebenso wie nach Einflußfaktoren gefragt. Die Untersuchung ist auf die Erfassung von Krankheitszeichen, aber auch von Befunden ausgerichtet, die mit Einflußfaktoren mehr oder weniger eng gekoppelt sind wie z. B. Cholesterinspiegel, Übergewichtigkeit usw. Bei den Wiederholungsuntersuchungen wird zunächst die Zwischenanamnese erhoben, die unter Umständen durch tagebuchartige Aufzeichnungen des Probanden ergänzt wird. Die Befunderhebung wird so gestaltet, daß sie mit der Ausgangsuntersuchung vergleichbar ist. Neuerlich werden bei bestimmten Forschungsvorhaben volle longitudinale Untersuchungen bis zum Lebensende der Probanden ins Auge gefaßt. In jedem Falle erwächst die Aufgabe, bei einer sehr großen Zahl von Probanden gleichartig exakte Informationen zu gewinnen und festzuhalten. Die Masse der Daten macht die Verwendung von Lochkarten und den Einsatz moderner Datenverarbeitungsanlagen notwendig.
Abb. 1.

Untersuchungsplan bei prospektiven Reihen

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1967

Authors and Affiliations

  • Lothar Horbach
    • 1
  1. 1.Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität65 MainzDeutschland

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