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Die klinische Bedeutung der Cytostatika zur Unterdrückung von Immunreaktionen

  • H. Gerhartz
  • M. Kessel
  • W. Weise
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 72)

Zusammenfassung

Nachdem sich eine Dauertherapie mit Cytostatika bei den mit einer intensiven Hyperglobulinämie einhergehenden Plasmocytomen und Reticulosen als überlegen wirksam erwiesen hatte, lag es nahe, bestimmte Cytostatika auch, bei reaktiven Proliferationen der Plasmazellen und lymphoiden Reticulumzellen anzuwenden. Dies erschien besonders reizvoll insofern, als uns der immunelektrophoretische Nachweis einer intensiven γM- und γA-Globulinvermehrung auch bei acht Patienten mit einer Lebercirrhose gelang (10). Bei den Lebercirrhosen und chronischen fibrosierenden Hepatitiden geht der Gamma-Hyperglobulinämie eine Vermehrung der Plasmazellen und lymphoiden Reticulumzellen im Knochenmark parallel (12), was im Zusammenhang mit der Proliferation lymphoider Zellen in den Glissonschen Feldern der Leber als morphologischer Ausdruck einer chronischen Immunreaktion gewertet wird. Vermutlich entsprechen nur die Plasmazellen und die lymphoiden Reticulumzellen dem für die Bildung von Antikörpern kompetenten Zellsystem, das aus den Reticulumzellen des Knochenmarks und der Keimzentren der lymphatischen Gewebe erst nach Stimulierung durch ein Antigen als Produkt eines spezifisch differenzierten cellulären Proliferationsvorganges gebildet wird. Zur Unterdrückung von Immunreaktionen nach Organtransplantationen sowie bei Autoaggressionskrankheiten wie erworbenen hämolytischen Anämien, Thrombopenien und beim Erythematodes sind Cytostatika verschiedentlich erfolgreich angewandt worden (3, 5), neuerdings auch bei rheumatischer Polyarthritis (5, 13) und chronischer Hepatitis (1, 2, 4, 6, 7, 8, 9,).

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1967

Authors and Affiliations

  • H. Gerhartz
    • 1
  • M. Kessel
    • 1
  • W. Weise
    • 1
  1. 1.Hämatologische Abteilung der I. Medizinische KlinikFreien Universität Berlin1 Berlin 19Deutschland

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