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Die Behandlung der Gicht und der Uratnephrolithiasis mit Allopurinol

  • N. Zöllner
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 72)

Zusammenfassung

Die Erhöhung des Harnsäurespiegels im Plasma und im Interstitium ist die Ursache der klinischen Erscheinungen der Gicht, also des Gicht-anfalles, der chronischen gichtischen Arthritis, der Tophusbildung, der Gichtniere und der Harnsäuresteine. Eine kausal gegen diese Erschei-nung gerichtete Therapie muß die erhöhten Harnsäurekonzentrationen in den Normalbereich senken. Zu diesem. Zweck hat man bisher — in den meisten Fällen mit Erfolg — die Uricosurica Probenecid und Sulfin-pyrazon verwendet. Diese Mittel vermehren die renale Harnsäureaus-scheidung und erhöhen deshalb, soweit nicht Vorsorge dagegen getroffen wird, die Harnsäurekonzentration im Harn. Das ist ein Nachteil, und es mag sogar sein, daß trotz zuverlässiger Verhütung von Gichtanfällen und deutlicher Rückbildung von Tophi die Gichtniere nicht gebessert und die Steinbildung sogar gefördert wird. In einigen Fällen, besonders bei fortgeschrittener Gicht, sind außerdem die Uricosurica selbst in hoher Dosierung nicht ausreichend wirksam. Verständlicherweise wurde deshalb nach anderen Behandlungsprinzipien für die Hyperuricämie gesucht, in erster Linie nach Wegen, die Bildung der Harnsäure zu hemmen. Eine Verbindung, welche die Harnsäurebildung verringert, ist das Allopurinol, ein Isomeres des Hypoxanthins. Allopurinol hemmt die Xanthinoxydase, vermutlich kompetitiv. Hypoxanthin und Xanthin werden langsamer zu Harnsäure oxydiert. So wird weniger Harnsäure gebildet; statt ihrer häufen sich Hypoxanthin und Xanthin an, die im Harn ausgeschieden werden.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1967

Authors and Affiliations

  • N. Zöllner
    • 1
  1. 1.Med. PoliklinikUniversität München8 München 15Deutschland

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