Vergleichende Untersuchungen über den Gehalt an reduziertem Glutathion in Blutzellen

  • K. Mainzer
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 67)

Zusammenfassung

Das reduzierte Glutathion (GSH) ist ein Tripeptid (Gamma-L-Glutaminyl-L-cysteinyl-glycin), das in den letzten Jahren in zunehmendem Maße an Interesse gewonnen hat. Untersuchungen des Arbeitskreises um Alving und Beutler (1, 2, 3) ergaben, daß bei amerikanischen Negern, die auf die Verabreichung des Malariamittels Primaquine (Derivat des 8-Aminochinolins) mit einer Hämolyse reagierten, der Gehalt des GSH in den Erythrocyten erniedrigt war; außerdem fand sich eine Instabilität des GSH bei Inkubation der Erythrocyten mit Acetylphenylhydrazin. Aus weiteren Untersuchungen schlössen Carson u. Mitarb. (5, 6) auf einen Mangel an Glucose-6-phosphatdehydrogenase in den Primaquine-empfindlichen Erythrocyten. Dieser wurde zuerst von Waller, Löhr und Tabatabai (11) bei einem iranischen Patienten mit hämolytischer Anämie und dessen Halbbruder (8) beschrieben. In einer ganzen Reihe von Arbeiten wurde darauf das Fehlen von Glucose-6-phosphatdehydrogenase und die GSH-Instabilität bei Primaquine-empfindlichen Personen und Favismus-Kranken, die auf den Genuß von Favabohnen mit hämolytischen Krisen reagieren, bestätigt. Das Fehlen des Fermentes, welches ein Bindeglied zwischen der Glykolyse und dem Hexosemonophosphatcyclus darstellt, hat eine Störung der TPN-Reduktion und damit einen Abfall des GSH zur Folge. Kürzlich beschrieben Löhr und Waller (9) ausführlich die biochemischen Veränderungen in Erythrocyten von Patienten mit enzymopenischen hämolytischen Anämien. Die erwähnten Untersuchungen gaben die Anregung dazu, den Gehalt an GSH in den verschiedenen Bestandteilen des Blutes zu untersuchen.

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Copyright information

© Verlag von J. F. Bergmann 1962

Authors and Affiliations

  • K. Mainzer
    • 1
  1. 1.Medizinischen UniversitätsklinikMarburg a. d. LahnDeutschland

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