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Die tropische Eosinophilie

Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 66)

Zusammenfassung

Die Zunahme des Einsatzes deutscher Ingenieure, Monteure, Techniker und Kaufleute in tropischen und subtropischen Gebieten, das Ansteigen des Reiseverkehrs zwischen den Kontinenten, die Übernahme ausländischer Arbeitskräfte, auch aus tropischen Gebieten in deutsche Betriebe, hat dazu geführt, daß man in Deutschland häufiger als in früheren Zeiten Symptome zu sehen bekommt, deren Deutung Schwierigkeiten bereiten kann. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns dabei gelehrt, daß eine im älteren Schrifttum zu findende diagnostische Bezeichnung, nämlich tropische Eosinophilie, sich unter Umständen hemmend für die exakte Diagnostik auswirken kann. Im älteren deutschen und ausländischen internistischen und tropenmedizinischen Schrifttum findet man ein Krankheitsbild als tropische Eosinophilie beschrieben, dem die verschiedensten Symptome, wie Fieber, Bronchitis, Asthma, Hauterscheinungen, j a selbst Herzkreislaufstörungen und neurologische Bilder (Encephalitis, Neuritis ischiadica) zugeordnet werden. Dieses Symptomenbild ist so heterogen, daß sich schon daraus der Verdacht ergibt, daß es sich nicht um ein einheitliches Krankheitsbild handeln kann. Der im Schrifttum aber festgelegte Begriff der tropischen Eosinophilie verleitet manchmal dazu, sich mit dieser Diagnose zu begnügen und nicht bis zur wirklichen Ätiologie des Krankheitsgeschehens vorzustoßen. Erfahrungen dieser Art und Patienten, die uns mit Fehldiagnosen überwiesen wurden, gaben für uns Veranlassung dieses Problem nochmals aufzugreifen und darauf hinzuweisen, daß die „tropische Eosinophilie“ als Diagnose ebenso wenig tragbar ist wie der Begriff der „tropischen Myokarditis” oder der „tropischen Anämie“. Bei unseren heutigen diagnostischen Möglichkeiten müssen wir uns davor hüten, derart verwaschene Begriffe aufrechtzuerhalten und nicht zur endgültigen Diagnose eines Krankheitszustandes vorzudringen. Allerdings ist dazu erforderlich, daß man neben einer eingehenden Untersuchung auch großes Gewicht auf eine sehr sorgfältige Anamnese legt, eine Anamnese, die nicht, worauf Herr Bennhold gestern hinwies, von einem Elektronengehirn aufgenommen werden kann, sondern die, wie Sie aus den folgenden Ausführungen ersehen werden, dem Auslandsaufenthalt ebenso Rechnung trägt wie den individuellen Essens- und Lebensgewohnheiten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1961

Authors and Affiliations

  • W. Mohr
    • 1
  1. 1.Klinik des Bernhard Nocht-Institutes für Schiffs- und TropenkrankheitenHamburgDeutschland

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