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Zur Frage der Frühdiagnose der anikterischen Hepatitis und deren Ätiologie

  • L. Wannagat
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 63)

Zusammenfassung

Die Virushepatitis in ihrer profilierten klinischen Verlaufsform ist durch die klassischen Übersichten der Arbeitskreise um Kalk, Beckmann, W. Siede u. a. in ihren pathogenetischen Zusammenhängen und klinischem Verlauf erschöpfend behandelt und gewürdigt worden. Weniger dagegen die anikterische Form, auch wenn diese ebenfalls seit langem bekannt ist (Minkowski 1904, Eppinger 1937, Gutzeit, Meythaler 1942, Beckmann 1944 u. a.). Die ausgedehnten Epidemien des letzten Krieges mit den vielerorts das Individuum stark belastenden Entbehrungen körperlicher und seelischer Art haben das ganze Problem erneut mit aller Schärfe aufgerollt. Waren es 1949 in unserem Hause bei 1300 Kuren einschließlich der Cirrhosen drei Fälle, so betrug die Zahl der anikterischen Verlaufsformen 1956 bereits 94! Es erscheint unwahrscheinlich, daß ein solcher Anstieg allein durch eine verbesserte Diagnostik bedingt sein kann. Nun wird man zu Recht einen Teil dieser Erkrankungen auf eine vorausgegangene und mit Salvarsan behandelte Luesinfektion, einen weiteren auf dystrophische Zustände, Diabetes und Alkoholabusus zurückführen, aber die Mehrzahl dieser anikterischen Hepatitiden läßt eben doch Anhaltspunkte ähnlicher Art missen, und die Bedeutung solcher Faktoren kann oft nur im Sinne einer zusätzlichen Belastung und Noxe, nicht aber eines alleinigen ursächlichen Momentes gesehen werden.

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Copyright information

© Verlag von J. F. Bergmann 1957

Authors and Affiliations

  • L. Wannagat
    • 1
  1. 1.Kuranstalt Haus Schwaben der LVA WürttembergBad MergentheimDeutschland

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