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Hand und Arm pp 133-137 | Cite as

Die habituelle Ellenbogenluxation

  • Georg Hohmann

Zusammenfassung

So häufig die habituellen Luxationen des Schultergelenks und die der Patella sind und so häufig die traumatischen Luxationen des Ellenbogens vorkommen, so selten begegnen wir den habituellen Luxationen im Ellenbogengelenk. Auch das Schrifttum berichtet von ihnen nur sehr vereinzelt. Von größeren älteren Arbeiten ist mir nur die Straßburger Inaugural-Dissertation von Bloch von 1900 aus der Madelungschen Klinik bekannt, in welcher der Fall eines 19jährigen Eisenbahnarbeiters beschrieben wird, der sich mit 13 Jahren zum ersten Male den linken Ellenbogen nach hinten bei einem Fall auf dem Schulhofe verrenkte. Danach fand Reposition und Ruhigstellung für einige Wochen mit nachfolgenden Übungen statt. Bereits 3 Monate später geschah die zweite Luxation. Damals wurde ein Corpus mobile im Gelenk festgestellt. In den nächsten Jahren erfolgten noch 3 Verrenkungen, die letzte 1899 im Alter von 19 Jahren entstand durch Ausgleiten auf der Bahnlinie mit Sturz auf die linke Seite, die Verrenkung erfolgte wieder nach hinten. Eine Röntgenaufnahme zeigte ein Corpus mobile, in der Reproduktion ist dieses jedoch kaum zu erkennen. Es handelte sich um einen schlanken kräftigen Menschen mit mäßiger Intelligenz. Zwischen Epicondylus lateralis und Olecranon fühlte man ein bewegliches markstückgroßes Knochenstück. Dasselbe wurde operativ entfernt. Es war mit schwachen Fasern mit dem Radius verbunden. Im Gelenk fanden sich keine abnormen Verhältnisse. „Der Processus coronoideus ist sicher vollständig unverändert.“ Das entfernte Knochenstück entsprach dem Epicondylus lateralis, die Heilung erfolgte glatt. Eine weitere Luxation Wurde nicht beobachtet. Aus dem Schrifttum stellte der Verfasser fest, daß die habituelle Ellenbogenluxation zu den seltensten Erscheinungen gehört. Malgaigne weiß von Velpeau, daß dieser eine Luxation nach hinten einrenkte, die das 3. Mal wiedergekehrt war. Nähere Angaben fehlen. Babdenheuer sagt, daß die Wiederverrenkung hier nur bei gleichzeitig bestehender Fraktur, besonders des Pfannenrandes, des Processus coronoideus, des Radiusköpfchens, des Olecranon oder eines ganzen Condylus vorkomme.

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Copyright information

© J. F. Bergmann, München 1949

Authors and Affiliations

  • Georg Hohmann
    • 1
  1. 1.Orthopädischen Klinik MünchenOrthopädischen UniversitätspoliklinikDeutschland

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