Humerus varus

  • Georg Hohmann

Zusammenfassung

Der Coxa vara entspricht der Humerus varus. Der Humeruskopf ist abgeknickt, nach medial tiefer getreten, das Tuberculum majus ist nach oben gerückt und scheint vergrößert, die Rinne zwischen Tuberculum und Kopf ist abgeflacht. Riedinger, dem wir so viele feine Beobachtungen verdanken, hat 1900 den Humerus varus erstmalig beschrieben als „die Varität im Schultergelenk“. Recklinghausen beschrieb das Skelet einer Zwergin, das neben beiderseitiger Coxa vara auch Humeri vari zeigte. Auch bei Kretinen ist von Bircher ein Abwärtstreten des Kopfes mit bis zu 20° geringerem Neigungswinkel und Hochstand des Tuberculum majus bei pilzförmiger Verbildung des Kopfes beobachtet worden. Angeletti, der 6 Fälle von Humerus varus untersuchte, fand die ersten Erscheinungen bereits im Kindesalter, stellte mangelhaftes Längenwachstum und Bewegungseinschränkung fest und als Ursache in einem Fall Kretinismus, in einem anderen Trauma, in einem dritten Osteomyelitis. Bei 2 Fällen war die Epiphysenlinie an der Innenseite bereits verknöchert, während sie an der Außenseite noch knorpelig war. Bei 21 Fällen von Kretinen und Akrocephalen fand Merlini 7mal hochgradigen Humerus varus. Bei Chondrodystrophie, Ostitis deformans, Rachitis, Osteomalacie, Lähmungen wurde das gleiche beobachtet. Alle übrigen im Schrifttum zu findenden Fälle werden auf verschiedene Arten innersekretorischer Störungen zurückgeführt, andere sehen eine jugendliche Epiphysenwachstumsstörung oder eine Arthrosis deformans als Ursache an, wobei letztere möglicherweise auf der Grundlage einer jugendlichen zur Formumgestaltung führenden Wachstumsstörung entstanden ist.

Copyright information

© J. F. Bergmann, München 1949

Authors and Affiliations

  • Georg Hohmann
    • 1
  1. 1.Orthopädischen Klinik MünchenOrthopädischen UniversitätspoliklinikDeutschland

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