Zu einigen Untersuchungsresultaten der Besonderheiten der Blicksteuerung bei Syndromen der Schädigung der Frontalsysteme des Gehirns beim Menschen

  • B. A. Karpow
Part of the Psychologie und Gesellschaft book series (2844, volume 9)

Zusammenfassung

Unter den verschiedenartigen Störungen des augenmotorischen Systems gibt es eine besondere Klasse, die unter dem Begriff „Blkkapraxie“ zusammengefaßt wird. Zu dieser Klasse zählen Störungen der Blicksteuerung, die bei Hirnschädigungen auftreten, die höher als die augenmotorischen Kerne des Hirnstamms lokalisiert sind. Ein charakteristisches Merkmal der „Blickapraxie“ äußert sich darin, daß der Patient die Fähigkeit verliert, zielgerichtet den Blick in den Grenzen des gesamten Gesichtsfeldes oder seiner Abschnitte zu steuern. Der Umfang der Augenbewegungen bei einem „zufälligen“ Umherschweifen des Blicks bleibt aufrechterhalten(Balint 1909, Bender U. a. 1957, Blumenthal U. a. 1970, Cogan 1952, 1956, Cogan und Adams 1953, Dandy 1933, Denny-Brown 1958, Denny-Brown U. a. 1952, Ettinger U. a. 1957, Faust 1955, Foerster 1931, Helaen und Ajuriaguerra 1954, Helach U. a. 1956, Holmes 1918, 1938, Jenkner und KuTscHera 1965, Karnosh und Gardner 1941, Kleist 1934, Nathan 1947, Patterson und Zangwill 1944, Silberpfennig 1941, Spiegel und Sommer 1944, TuRnay 1947, Walts 1961, Wilson 1908).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

References

  1. 1.
    Wir möchten darauf hinweisen, daß in der neuropsychologischen Literatur manchmal der Begriff „frontale Agnosie“ anzutreffen ist (LuRiA 1963), der Defekte komplizierter Formen der kognitiven Tätigkeit kennzeichnet, die bei der Untersuchung des Verständnisses der Kranken von Bildern oder in Versuchen des Herausfindens einer „Figur aus dem Hintergrund“ gefunden wurden. Die „frontale“ Pseudoagnosie wird dabei der „echten“ („occipitalen“) Agnosie gegenübergestellt, bei der das dominierende Symptom ein Defekt der optischen Gnosis ist.Google Scholar
  2. 2.
    Wir gehen nicht auf den dritten Typ der Augenbewegungen, den Tremor ein, da er in den angeführten Experimenten praktisch nicht registriert wurde.Google Scholar
  3. 3.
    Natürlich beträgt bei einem Mittelwert der DED von 1,0 s das Niveau der optomotorischen Aktivität eine Sakkade pro Sekunde; bei einem Mittelwert von 0,5 s beträgt das Niveau det optomotorischen Aktivität zwei Sakkaden pro Sekunde usw.Google Scholar
  4. 4.
    Eine ausführliche neuropsychologische und neurophysiologische Analyse dieser Zustände geben LuRIA (1963, 1970 a, b) und Chomskaja (1972).Google Scholar

Copyright information

© der deutschsprachigen Ausgabe VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1979

Authors and Affiliations

  • B. A. Karpow

There are no affiliations available

Personalised recommendations