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Abschließende Bemerkungen

Chapter
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Part of the Uni-Taschenbücher book series (2809, volume 962)

Zusammenfassung

Wie wir gesehen haben, findet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze zur Beschreibung und Erklärung des Phänomen Altruismus. Für einen Vergleich ist die Beachtung von Differenzen in den methodologischen Zugangsweisen von besonderer Bedeutung. Die folgenden Unterschiede wurden hervorgehoben (s. Mid-larsky, 1968):
  • Stichprobenvariationen. Empirische Untersuchungen scheinen meist mit Personen durchgeführt zu werden, die sich der Mittelschicht zuordnen lassen. Diese Bevölkerungsgruppe ist in sich nicht homogen (vgl. 1.3.2. und 3.7.). Außerdem ist festzustellen, daß die Einbeziehung der Unterschicht weitgehend vernachlässigt wurde. (Positive Ausnahmen sind etwa die Arbeiten von Ber-kowitz & Friedman, 1967, und Dreman & Greenbaum, 1973). Da man nicht davon ausgehen kann, daß altruistisches Verhalten in allen Bevölkerungsgruppen in ähnlicher Weise determiniert ist (vgl. Hoffman & Saltzstein, 1967), ist die Schichtspezifität der Forschung, wie sie vor allem in Laborexperimenten deutlich wird, nur schwer verständlich. Feldexperimente sind in den meisten Fällen von dieser Kritik nicht so stark betroffen.

  • Untersuchungssettings. Ein Vergleich von Feldexperimenten und Laborexperimenten findet selten statt. Viele Autoren scheinen dazu zu neigen, das eine oder das andere Setting zu bevorzugen (vgl. Köhler, 1977). Als wünschenswert erscheinen die Sequenzen „Feld-Labor“ bzw. „Labor-Feld“, um einerseits unter kontrollierten Bedingungen Hinweise auf die kausalen Zusammenhänge zu erhalten und andererseits Generalisierbarkeit, Alltagsrelevanz und „Robustheit“ eines Zusammenhangs zu erfassen.

  • Unterschiedliche abhängige Variable werden nur in der geringeren Zahl der Fälle verwendet, so da⃟ das Prinzip des multiplen Operationalismus nur selten befolgt wird. Die Verwendung dieses Prinzips wäre um so mehr geboten, als Altruismusma⃟e in der Regel spezifischen Verfälschungstendenzen unterliegen. Unterschiedliche Ma⃟e sollten unabhängige Fehlerkomponenten beinhalten, um das theoretische Konzept angemessen zu erfassen. Die multiple Repräsentation eines Konzepts durch möglichst unterschiedliche Me⃟operationen ist eine wesentliche Voraussetzung f⃼r die Trennung zwischen relevanten und irrelevanten Dimensionen (s. Crano & Brewer, 1973). Obwohl der Vergleich unterschiedlicher Studien häufig auf den multiplen Operationalismus hinfuhrt, wäre die Planung von Untersuchungen wünschenswert, in denen von vorneherein möglichst unterschiedliche abhängige Variable einbezogen werden (z. B. Dlugokinski & Firestone, 1974; Yarrow & Waxier, 1979, S. 51-55).

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© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag GmbH & Co. Darmstadt 1980

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