Differentialdiagnose des vaskulären Kopfschmerzes mittels Rheoenzephalographie

  • F. L. Jenkner
Conference paper

Zusammenfassung

Die Differenzierung von vaskulärem Kopfschmerz gegen andere Arten von Schmerzzuständen am Kopf, sowie Trennung von spastisch oder dilatatorisch bedingtem Gefäßkopfschmerz ist von größter Wichtigkeit. Alle Methoden, solche Unterschiede diagnostisch zu erfassen, sind sowohl überaus zeitaufwendig (Hirnscan, Methoden der Durchblutungsuntersuchung nach Kety-Schmidt oder Sokoloff) als auch material- und personalintensiv (CT, NMR), daher aus diesen Gründen als Routinemethoden bei der großen Zahl von Patienten, die solche Methoden benötigen würden, nicht anwendbar. Oder aber die allenthalben durchgeführten Rückschlüsse auf das vaskuläre Geschehen entsprechen eher der Zufälligkeit als der objektiven Realität, wie z. B. beim EEG: diese (für andere Zwecke hervorragende) Untersuchungstechnik erlaubt nur, elektrische Himzellaktivität integriert darzustellen, und diese elektrische Aktivität ist nur sehr bedingt stoffwechselabhängig, nicht aber direkt durchblutungsabhängig; allerdings ist der Himstoffwechsel von der Durchblutung sekundär abhängig. So könnte man sagen, daß das EEG über 4 Ecken herum auch durchblutungsabhängig ist. Eine direkte Abhängigkeit von der Hämodynamik besteht aber für die Rheographie bzw. Rheoenzephalographie, einer speziellen Anwendung der sog. Impedanztechnik in der Medizin (Jenkner 1975). Wenn man berücksichtigt, daß überall dort, wo Blut hinfließt, auch die Pulswelle hingelangen muß, ist der Schluß naheliegend, daß eine Beobachtung der Pulswellengeschehnisse bzw. -veränderungen stichhaltige Aufschlüsse über die Hämodynamik geben muß. Als Änderung der elektrischen Leitfähigkeit Wechselstrom gegenüber ist aber die Rheoenzephalographie eine indirekte, den Patienten daher nicht beeinflussende oder belästigende Methode oder Beobachtung des (Druck- wie auch Volum)pulsgeschehens. Sehr differenzierte Aussagen sind mit dieser Methode möglich (Jenkner 1962, 1986); sie ist weder zeit- noch personal-oder geräteintensiv und wird in manchen Ländern schon in kleineren Krankenhäusern routinemäßig angewandt. Der Volumpuls ist neben seiner kardialen Verursachung (entsprechend dem ausgeworfenen Schlagvolumen; dadurch ist er abhängig von manchem kardial-pathologischen Prozeß) von der Gefäßwandelastizität bzw. -rigidität abhängig. Außerdem ist die Propagation der Pulswelle vom Vorliegen einer Stenose, vom peripher-vaskulären Widerstand (stark erhöht z. B. bei Hypertonie) und allen jenen Faktoren abhängig, die von außen auf die Gefäße drücken (z. B. bei lokaler Raumforderung durch Hämatome, Abszesse, Tumoren).

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • F. L. Jenkner

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