Der vertebragene Kopfschmerz. Ein Überblick zur Pathogenese, Diagnostik und Therapie

  • G. Gutmann
Conference paper

Zusammenfassung

Der Kopfschmerz ist viel häufiger multifaktoriell bedingt als monokausal entstanden. Wir sollten daher statt von einem vertebragenen von einem Kopfschmerz mit vertebraler Komponente sprechen. Diese ist allerdings meist entscheidend für eine erfolgreiche Therapie, jedoch nur, wenn wir sie genau zu analysieren vermögen und einer entsprechend differenzierten Therapie zuführen. Aber gerade daran mangelt es noch weitgehend. Diese Unsicherheit mag der wesentliche Grund dafür sein, warum auch heute noch in den klassischen Berichten und Monographien über den Kopfschmerz die vertebragene Komponente sehr vernachlässigt, wenn nicht völlig übersehen wird (vgl. z. B. Sovak 1980; Stappenbeck u. Möller 1973; Peatfield 1986; Mumenthaler et al. 1981; Ad Hoc Comitee on Classification of Headache 1962). Denn angesichts der nahezu ausschließlichen Haftbarmachung degenerativer HWS-Veränderungen mußten die therapeutischen Bemühungen unbefriedigend bleiben, es sei denn, man nahm einen außerordentlichen Aufwand an Zeit, physikalisch unspezifischer Therapie oder Medikation in Kauf. Braaf u. Rosner (1953, 1960) seien hier genannt. Sie hatten unter 2000 Fällen von chronischen Kopfschmerzen bei 90% die Halswirbelsäule als Ursprung erkannt, jedoch nur degenerative Veränderungen verantwortlich gemacht und mit monatelangen Traktionen in 80% Erfolge erzielt. Dank den Erkenntnissen der manuellen Medizin und der funktionsanalytischen Röntgendiagnostik (Gutmann 1955, 1976, 1981; Gutmann u. Biedermann 1984; Lewit 1968, 1970; Tilscher 1977 u. a.) sind die pathogenetischen Zusammenhänge zwar wesentlich komplexer, aber auch differenzierter, erfolgreicher und v. a. ökonomischer zu beeinflussen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Braaf MM, Rosner S (1953) The treatment of headaches. NY State J Med 53: 687–693Google Scholar
  2. Braaf MM, Rosner S (1960) Chronic headache. A. Study of over 2000 cases. NY State J Med 60: 3987–3995Google Scholar
  3. Gutmann G (1955) Schädeltrauma und Kopfgelenke. Dtsch Med Wochenschr 80: 1503–1505PubMedCrossRefGoogle Scholar
  4. Gutmann G (1968) Schulkopfschmerz und Kopfhaltung. Beitrag zur Pathogenese des Anteflexions-Kopfschmerzes und der Mechanik des Kopfgelenkes. Z Orthop 105/4: 90–92Google Scholar
  5. Gutmann G (1971) Der zervikale Kopfschmerz. Z Allgemeinmed 47/19: 996–1007Google Scholar
  6. Gutmann G (1976) Kopfgelenke und Kopfschmerz. Schweiz Rundsch Med 65/35: 1059–1072Google Scholar
  7. Gutmann G (1977) Kopfgelenke und Kopfschmerz. Man Med 15Google Scholar
  8. Gutmann G (1979) Das subforaminale Kompressions-Syndrom. Kongreß Bericht 6, Internationaler Kongreß. FIMM, Baden-Baden. Konkordia, BühlGoogle Scholar
  9. Gutmann G (1980) Das ligamentäre Schmerz-Syndrom. Grenzen seiner krankengymnastischen Behandlung. Krankengymnastik 32/5: 261–264Google Scholar
  10. Gutmann G (1981) Funktionelle Pathologie und Klinik der Wirbelsäule, Bd I: Halswirbelsäule und Kopfgelenke, 1. Teil: Funktionsanalytische Röntgendiagnostik. Fischer, Stuttgart New YorkGoogle Scholar
  11. Gutmann G (1981) Der vertebragene Kopfschmerz. Z Orthop 119: 687–690Google Scholar
  12. Gutmann G, Biedermann H (1984) Die Halswirbelsäule, 2. Teil: Allgemeine funktionelle Pathologie und Klinik. Syndrome. Fischer, Stuttgart New YorkGoogle Scholar
  13. Gutmann G, Roesner J (1979) The subforaminal Stenosis headache. Acta Neurochir 50: 201–215CrossRefGoogle Scholar
  14. Hausemer G (1979) Statisch bedingter Kopfschmerz. In: Theoretische Fortschritte und praktische Erfahrungen der Manuellen Medizin. 6. Kongreß Feder intern Med Man, Baden-Baden. Konkordia, Bühl, S 293–295Google Scholar
  15. Jung A, Kehr P (1972) Das zerviko-enzephale Syndrom bei Arthrosen und nach Traumen der Halswirbelsäule. Man Med 10: 97–103, 127–133Google Scholar
  16. Kovacz A (1956) Cephalalgia e subluxatione articulationum. RÖFO 85: 142Google Scholar
  17. Lewit K (1968) Differenzialdiagnose des Kopfschmerzes mit Berücksichtigung seiner vertebralen Spielart. Man Med 6: 62–64Google Scholar
  18. Lewit K (1970) Blockierung von Atlas- Axis und Atlas-Okziput im Rötgenbild und Klinik. Z Orthop 108: 43–50PubMedGoogle Scholar
  19. Lewit K (1971) Ligament pain and anteflexion headache. Eur Neurol 5: 365–379PubMedCrossRefGoogle Scholar
  20. Lewit K (1977) Pathomechanismen des zervikalen Kopfschmerzes. Psychiatr Neurol Med Psychol (Leipz) 29/11: 661–671Google Scholar
  21. Lichtblau P, Roesner J (1984) Der operierte unerträgliche Kopfschmerz. Klin J 10: 23–26Google Scholar
  22. Maex L (1959) La migraine et le syndrome cervical comme symptomes d’un syndrome de la statique. Belg Tijdschr Reum Tys Geneeskd 5: 186Google Scholar
  23. Maex L (1967) Postural headache and migraine. Headache 6: 204PubMedCrossRefGoogle Scholar
  24. Mumenthaler M, Regli et al. (1980) Der Schulter-Arm-Schmerz. Huber, BernGoogle Scholar
  25. Peatfield R (1986) Headache. Springer, Berlin Heidelberg New York TokyoCrossRefGoogle Scholar
  26. Sovak M (1980) Klassifikation der Kopfschmerzen. Schmerz 1: 33–44Google Scholar
  27. Tilscher H (1977) Das obere Zervikal-Syndrom. Z Orthop 112: 6Google Scholar
  28. Torklus D von (1979) Zervikaler Kopfschmerz, Typenbildung I-III. Orthop Prax 9: 730–733Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • G. Gutmann

There are no affiliations available

Personalised recommendations