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Historisches zur Entwicklung der Begriffe des Feldes und des Potentials

  • Rolf Gutdeutsch
Part of the Hochschultext book series (HST)

Zusammenfassung

Bevor wir vom Potential reden, müssen wir uns mit dem Begriff des Feldes befassen. In der Physik versteht man unter einem Feld die Verteilung einer physikalischen Größe, z. B. der Temperatur oder der Schwerkraft, in einem bestimmten Raumgebiet durch Angabe der drei Raum- und gegebenenfalls auch der Zeit-Koordinaten. Die Notwendigkeit für diesen Begriff entwickelte sich im 18. Jahrhundert, nachdem NEWTON (1643–1727) das Gravitationsgesetz formuliert und COULOMB (1736–1806) die Gesetzmäßigkeit der Anziehung oder Abstoßung ungleichnamiger bzw. gleichnamiger elektrischer Ladungen gefunden hatten. In beiden Fällen handelt es sich um die wechselseitige Anziehung und Abstoßung zweier materieller Punkte, wobei diese Kräfte umgekehrt proportional dem Quadrat des Abstandes zwischen diesen beiden Punkten sind. Man hatte die Vorstellung, daß das zwischen diesen Punkten liegende Medium, der Raum, als Träger dieser Kräfteübertragung anzusehen sei, auch dann, wenn er materiefreies Vakuum ist. FARADAY (1791–1867) verstand unter dem elektrischen Feld einen “veränderten Zustand des Raumes”. Hierdurch wird der Gedanke nahegelegt, daß das den Raum erfüllende Medium sich in einer Art “Spannungszustand” befindet, obwohl die Analogie zu der Mechanik der elastischen Spannungen nicht besteht. SOMMERFELD (1947) hat neben anderen dieser Frage einige Aufmerksamkeit gewidmet, kommt aber zu dem Schluß, daß es wohl richtiger sei “... einzugestehen, daß kein mechanisches oder quasimechanisches Bild der fundamentalen Tatsache der elektrischen Ladung gerecht werden kann”.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • Rolf Gutdeutsch
    • 1
  1. 1.Institut für Meteorologie und GeophysikUniversität WienWienÖsterreich

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