Compliance bei Anfallskranken

  • K. Stosberg
Part of the Kliniktaschenbücher book series (KTB)

Zusammenfassung

Das Compliance-Verhalten ist ein Problem der Arzt-Patient-Beziehung und bedeutet — to comply: einer Sache entsprechen oder nachkommen — die Übereinstimmung von tatsächlichem Patientenverhalten mit den Verhaltenserwartungen des Arztes an den Patienten. Von dem Vorliegen einer solchen Übereinstimmung stets auszugehen, hat sich als Irrtum erwiesen, und ein interdisziplinär angelegter Forschungsbereich befaßt sich bereits seit einiger Zeit mit den Ursachen für Non-Compliance. Das heißt, es wird der Frage nachgegangen, welche Einflußfaktoren für die mehr oder weniger große Diskrepanz zwischen dem vom Arzt erwarteten und dem tatsächlichen Patientenverhalten, also für die oft beobachtete Nichtbefolgung ärztlicher Anordnungen, von Bedeutung sind. Dabei geht es bei Compliance — das gilt insbesondere auch für Compliance bei Anfallskranken — keineswegs nur um Tabletten-Compliance, also um die weisungsgemäße Einnahme der verschriebenen Medikamente. Compliance umfaßt vielmehr die gesamte vom Arzt erwartete Mitarbeit, Kooperationsbereitschaft und Eigenbeteiligung gerade auch des Patienten mit einer Langzeitbehandlung, die nicht erfolgreich sein kann, wenn der Patient sie nicht mitträgt (Linden 1980).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1984

Authors and Affiliations

  • K. Stosberg

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