Neubeginn und Expansion

  • Peter Classen
  • Eike Wolgast

Zusammenfassung

Mit dem Einzug amerikanischer Truppen am 30. März 1945 galt für Heidelberg die Proklamation Nr. 1 des Obersten Befehlshabers der Alliierten Streitkräfte, derzufolge u. a. „alle deutschen Gerichte, Unterrichts- und Erziehungsanstalten“ bis auf weiteres geschlossen wurden. Die Universität repräsentierte in diesem Augenblick der nahezu 80jährige Anglist Johannes Hoops, den der letzte NS-Rektor Schmitthenner zu seinem Vertreter gegenüber der Besatzungsmacht bestellt hatte; mit Hilfe eines Arbeitsausschusses von geschäftsführenden Dekanen amtierte Hoops bis zum August 1945 als Stellvertretender Rektor. Daneben bildete sich schon am 5. April in der Wohnung von Jaspers ein „Dreizehnerausschuß zum Wiederaufbau der Universität“. Unter dem Vorsitz von Dibelius gehörten ihm außer den im Dritten Reich aus dem Amt entfernten Professoren Jaspers, Jellinek, Radbruch, Regenbogen und Weber die unbelasteten Professoren Bauer, Engelking, Ernst, Freudenberg, Hupfeld und Oehme sowie der Dozent Wolfgang Genthner, später der erste Direktor des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Kernphysik, und der Mediziner Alexander Mitscherlich an. Außer der Inangriffnahme praktischer Maßnahmen suchte der Ausschuß mit der Beratung grundsätzlicher Probleme einem geistigen Neuanfang den Weg zu bereiten — als Personalgutachtergremium hat er inoffiziell noch mehrere Jahre gewirkt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983

Authors and Affiliations

  • Peter Classen
    • 1
    • 2
  • Eike Wolgast
    • 1
    • 2
  1. 1.Historisches SeminarUniversität HeidelbergHeidelberg 1Deutschland
  2. 2.SüdflügelNeue UniversitätHeidelberg 1Deutschland

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