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Zusammenfassung

Der Ausdruck „Präcancerosen“ bezieht sich auf eine bunte Menge von pathologischen Veränderungen, die als Vorstadien einer carcinomatösen Entartung zu betrachten sind. Die Verschiedenheit betrifft nicht nur das Gewebe, in dem die Veränderungen auftreten, sondern auch deren Entstehung, Lokalisation und Erscheinungsform. Auf Grund dieser Verschiedenheit kann die Diagnosestellung unter Umständen sehr schwierig, ja unmöglich sein, weil ja die Abgrenzung benignen Prozessen gegenüber durchaus verschwommen und ihr Übergang fließend ist. Wird die Diagnose „Präcarcinom“ jedoch gestellt, dann bedeutet das, daß man felsenfest davon überzeugt ist, daß die beobachtete, vielleicht in diesem Zeitpunkt noch harmlose Veränderung zwangsläufig ein Carcinom wird und dementsprechend behandelt werden muß. Die rechtzeitige Diagnosestellung einer Präcancerose ist somit eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, die Konsequenzen nach sich zieht, die den Patienten viel Leiden, Sorgen, Zeit und Geld sparen, ja ihnen sogar das Leben retten können. Wird jedoch die gefundene pathologische Veränderung als harmlos betrachtet, dementsprechend behandelt oder nicht behandelt, dann ist es durchaus möglich, daß der für eine kurative Behandlung günstige Zeitraum versäumt wird und nur eine palliative Behandlungsmöglichkeit übrigbleibt. Aus diesen Erwägungen folgt logischerweise, daß besonders der Hausarzt und der Zahnarzt auf die Diagnose „Präcancerose“ gefaßt sein müssen, weil ja meistens bei ihnen die bestehenden Veränderungen zum erstenmal medizinisch beobachtet werden können. Dabei ist es oft so, daß der Patient nicht wegen der präcancerotischen Veränderungen in die Sprechstunde kommt, sondern wegen anderer Beschwerden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1972

Authors and Affiliations

  • G. J. van der Plaats

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