Die Formarten der Materie

  • Georg-Maria Schwab
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 102)

Zusammenfassung

Wir wollen einmal als gegeben hinnehmen, daß die uns umgebende sinnlich wahrnehmbare Welt aus etwas besteht, was wir Stoff oder Materie nennen, ohne uns dabei in philosophisdie Spekulationen zu verlieren, was das Seiende sei. Wir betrachten diese Materie: wir vergleichen z. B. 1. ein Stück Kudien, 2. ein Glas Sekt und 3. die in diesem aufsteigenden Gasblasen. Wir sehen sofort, daß die Materie in dreierlei Gestalt auftreten kann: als fester Stoff, als Flüssigkeit und als Gas. Es gibt keinen Zustand, der etwa zusätzlich vorstellbar wäre oder zwischen diesen dreien läge; die Butter z.B. ist nicht ein Zwischenzustand zwischen fest und flüssig, sondern ein starres Gemisch von festem Fett und flüssiger Buttermilch. Der Asphalt ist nicht etwa ein Zwischenzustand, sondern eine sehr zähe Flüssigkeit, und der Schaum auf dem Bier ist einfach ein Haufen von Gasblasen mit flüssigen Wänden. Wir sehen sofort, was der Unterschied zwischen den drei Formarten fest, flüssig und gasförmig ist: Der feste Körper hat einen ganz bestimmten Rauminhalt und eine bestimmte Gestalt, die Flüssigkeit hat zwar einen bestimmten Rauminhalt, aber keine bestimmte Gestalt, sondern sie nimmt die Gestalt des sie enthaltenden Gefäßes an. Das Gas endlich hat weder einen bestimmten Rauminhalt — wir können es zusammendrücken oder auseinandersaugen — noch eine bestimmte Gestalt, sondern füllt jeden ihm gebotenen Raum völlig aus, die Zimmerluft z. B. das ganze Zimmer.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • Georg-Maria Schwab
    • 1
  1. 1.Physikalisch-Chemisches Institut der UniversitätMünchen 2Deutschland

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