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Naturwissenschaftliche Methoden

  • Rudolf Gross
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 48)

Zusammenfassung

Eine naturwissenschaftlich orientierte, d. h. messende und registrierende Diagnostik gewann im 19. Jahrhundert zunächst langsam an Boden. So wurde der „instrumenteil einfachste Meßvorgang in der medizinischen Diagnostik“, die Bestimmung der Körpertemperatur, 1868 durch den Tübinger Kliniker Wunderlich erstmals überzeugend demonstriert. Die stürmische Entwicklung der naturwissenschaftlich orientierten Medizin fiel etwa in die Jahrhundertwende, zusammen mit den Fortschritten der „Paten“: Physik, Chemie und Technik. Es wäre eine besondere Aufgabe, hier die zahlreichen Erfindungen und Entwicklungen aufzuzählen, die zu den heute teils schon selbstverständlich erscheinenden, teils noch bewunderten diagnostischen Verfahren geführt haben. Zu den frühen Marksteinen wären etwa zu rechnen: Vesal’s „De humani corporis fabricia„ (1543), Harvey’s „Exercitatio de motu cordis“ (1628) im morphologischen Bereich — Morgan’s (an Newton orientierten) „Philosophical Principles of Medicine“ (1725) im physikal. Bereich, die Jatrochemie von Van Helmont (1577–1644) und anderen im chemischen Bereich. Anders als bei den klassischen Methoden wäre auch zu trennen zwischen der Entwicklung der Grundlagen, der Entwicklung bestimmter Nachweis- oder Meßverfahren als solcher (gewöhnlich durch Physiker, Chemiker, Ingenieure) und ihrer Einführung in die klinische Diagnostik (gewöhnlich durch Mediziner). Die Herkunft unserer Biochemiker teils aus der Chemie, teils aus der Medizin, häufig aus einem Doppelstudium, läßt diese Brücke im personellen Bereich noch besonders gut erkennen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin • Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • Rudolf Gross
    • 1
  1. 1.d. Med. Univ.-Klinik5000 Köln-LindenthalDeutschland

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