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Physiologische und pathologische Veränderungen des Bindegewebes

  • G. Dahmen
Conference paper
Part of the Ergebnisse der Chirurgie und Orthopädie book series (ERGEB.CHIRURGIE, volume 51)

Zusammenfassung

Das überall im Körper vorkommende Bindegewebe ist von eminenter Bedeutung für den Bau und die Funktion des Haltungs- und Bewegungsapparates. Durch die neueren physikalischen und chemischen Untersuchungsmethoden ist es möglich geworden, einen tieferen Einblick in Aufbau und Stoffwechsel des früher als bradytroph vernachlässigten Gewebes zu tun. Das Bindegewebe in seiner organisierten Form als Sehnen, Menisken, Zwischenwirbelscheiben und Gelenkkapseln besteht aus Zellen und Intercellularsubstanz, die sich wiederum aus Fasern und Grundsubstanz aufbaut. Über diese mit einfachen lichtoptischen Methoden zu unterscheidenden Elemente zeigen die Fasern einen micellaren Aufbau, der sich im polarisierten Licht als Doppelbrechung äußert. Elektronenmikroskopisch zeigen die Fasern einen Aufbau aus regelmäßig quergestreiften Kollagenfibrillen. Durch die Röntgeninterferenzuntersuchungen wurde die indirekte Beurteilung makromolekularer Bereiche ermöglicht. Danach sind die einzelnen Kollagenfibrillen aus Bündeln jeweils dreier miteinander verdrillter, kettenartiger Makromoleküle gebildet, die überwiegend aus Aminosäuren bestehen. Die Grundsubstanz enthält verschiedenartige Polysaccharide, insbesondere Mucopolysaccharide, und sulfatierte Formen. Wegen der bisher relativ geringen Kenntnisse über Aufbau und Stoffwechsel und physiologische und pathologische Veränderungen des Bindegewebes wurden noch vielfach verschiedenartige Prozesse als gleichartig angesehen, wobei häufig kein Unterschied in der Betrachtung von physiologischen Alterungs- und von pathologischen Prozessen gemacht wurde.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • G. Dahmen
    • 1
  1. 1.Orthopädischen Universitätsklinik und PoliklinikMünster-Westf.Deutschland

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