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Wassergehalt und Plasmazustand

  • M. G. Stålfelt
Part of the Handbuch der Pflanzenphysiologie / Encyclopedia of Plant Physiology book series (532, volume 5)

Zusammenfassung

Walter (1928, 1929) konnte zeigen, daß Wasserentzug mittels osmotisch wirksamer Stoffe (Rohrzucker) eine Assimilationshemmung hervorruft, die proportional der Plasmaentquellung verläuft. Wurden die Versuchsobjekte (Sprosse von Helodea canadensis) in Wasser zurückgebracht, so trat anfangs eine noch stärkere Depression der Assimilationstätigkeit ein, worauf erst eine langsame Erholung einsetzte. [Ähnliche Beispiele auch bei Greenfield (1942)]. Nach Montfort und Hahn (1950) wird die photosynthetische Tätigkeit bei Convolvulus sepium, Potamogeton lucens und anderen Pflanzen durch einen vorherigen Wasserverlust des Objektes vermindert. Für die schädigende Wirkung ist nicht die bei der Wasserentquellung eintretende Plasmolyse als solche, „sondern eher der Wasserentzug verantwortlich zu machen. Dabei spielt sowohl der Grad des Wasserentzuges als auch die Dauer des Wasserentzuges eine Rolle“ (Walter 1929, S. 154). Bei kurzer Plasmolysedauer konnten sich die Sprosse erholen, aber selbst eine Plasmolyse von nur 15 min genügte, um nach 5 Tagen eine deutliche Nachwirkung zu zeigen (Walter 1929, S. 152). Die physiologische Reversibilität wirkt daher langsamer als die äußere und morphologische. Nach Walters (1929, S. 154) Auffassung können Plasma-quellung und -entquellung, um die es sich hier handelt, nicht als ganz reversible Vorgänge aufgefaßt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1960

Authors and Affiliations

  • M. G. Stålfelt

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