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Die Kristalloblastese und ihre Beziehung zu Reaktionsgefügen

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Part of the Mineralogie und Petrographie in Einzeldarstellungen book series (MINERALOGIE, volume 1)

Zusammenfassung

Überschaut man rückblickend die an den Reaktionsgefügen des Plagioklases und Kalifeldspates gemachten Beobachtungen und die daraus in den vorigen Kapiteln gezogenen Schlußfolgerungen, so wird man immer wieder auf die nachkristalline Tätigkeit metasomatisch wirksamer Lösungen hingewiesen, welche den bereits vorhandenen Bestand fertiger Kristalle in charakteristischer Weise verändern.

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Literatur

  1. 1.
    Eine wichtige Beobachtung teilte, wie schon auf S. 52 erwähnt, A. Maucher aus einem Syenit-Porphyr von Keban-Maden, Türkei, mit (Abb. 26). Die dort vorkommenden Kali-feldspäte enthalten Plagioklase, die im Kalifeldspatindividuum unter allgemein geringer Resorption eingebaut, an solchen Stellen aber aufs stärkste angegriffen oder völlig abgebaut erscheinen, wo sie die Zwillingsgrenze überschreitend, in den benachbarten Kalifeldspatkristall hineinragen. Dieses Vorkommen ist auch deshalb von Bedeutung, weil hier zwar geregelter Einbau der Grundmassekörner vorliegt, die großen Feldspäte aber nicht rein blastisch gewachsen sind. Sie kristallisierten vielmehr zu einer Zeit, wo ein großer Teil der Grundmassekomponenten schon vorhanden war”— besonders die Plagioklase — allgemein jedoch noch kein festes Gefüge vorlag, sondern eine ± viskose Schmelzmasse mit ausgeschiedenen Kornarten, in welcher Verschiebungen und Drehungen der Kristallite ohne weiteres möglich waren. — Die gleiche Regelungsart, diesmal für Biotit findet sich aber auch in einer dunklen Hornfels-scholle des Fornogebietes (Abb. 25). Die gelegentlich geäußerte Meinung, solche Regelungen ßeien nur auf in echten Schmelzen wachsende Kristalle beschränkt, ist hiernach nicht mehr haltbar.Google Scholar
  2. 1.
    Diese Fähigkeit mancher junger blastischer Gefügebestandteile, ihre Form zur Geltung zu bringen, sollte mit einem aktiveren Ausdruck bezeichnet werden, als es der beschreibende Begriff „Idiomorphie” zuwege bringt; ich schlage dafür das Wort Morphokratie vor, welches die Fähigkeit oder Stärke betont, die eigene Form durchzusetzen. Demgemäß sind stärker oder schwächer „morphokrate“Minerale zu unterscheiden.Google Scholar
  3. 1.
    Es würde im Gegensatz zum Energieprinzip stehen, wenn ein wachsender Kristall zugleich mit seinen mehrphasigen Zerfallsprodukten im Gleichgewicht wäre. Außerdem aber zeigen zahlreiche Beobachtungen, daß die Mikrolithenneubildungen den fertigen Plagioklas-kristall voraussetzen, dessen Struktur- und Spaltebenen sie öfters zur Ansiedlung benutzen (vgl. O. H. Erdmannsdörffer 1943, 2, S. 289, Abb. 7).Google Scholar

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© Springer Verlag OHG., Berlin, Göttingen and Heidelberg 1948

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