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Zusammenfassung

Wir sahen, daß die in dem vorigen Abschnitt unter B erwähnten Reformen teils eine Mittelschule empfehlen, auf welche vermittelst Gabelung zwei oder drei verschiedene Schulformen aufgebaut sind, teils mit ausdrücklicher Vermerfung des Realgymnasiums eine Einheitsschule befürworten, die sich Gymnasium nennen soll. Da ich mich für keinen jener auf die Priorität des Französischen gegründeten Entwürfe erklären konnte, muß ich jeßt Stellung nehmen zu der Frage, ob ich auf einer der beiden bestehenden Anstalten das Französische dem Lateinischen voraufgehen lassen möchte oder ob es die erste fremde Sprache in einer noch zu findenden Einheitsschule sein könnte. Dies führt mich zu einer Betrachtung der gegenwärtigen Lehrverfassung beider Schulen und der neuerdings wieder aufgeworfenen Theorie einer Einheitsschule, welche auf die Priorität des Französischen keine Rücksicht nimmt.

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Literatur

  1. 1).
    Man vergleiche hierzu des großen englischen Pädagogen Thomas Arnold Grundfäße in seinen Misc. Works S. 355.Google Scholar
  2. 1).
    Schiller und Göthe verstanden sehr wenig vom Griechischen. W. v. Huntboldt schreibt darüber an Schiller (Briefwechiel zwischen Schiller und W. v. Huntboldt S. 275): „Ich denke, wir haben auch soust schon mit einander davon gesprochen, daß Sie vielleicht weniger fein und richtig über die Griechen denken würden, wenn Sie felbst Griechisch zu lesen gewohnt wären. Soweit bin ich entfernt, die eigentliche Sprachkenntnis auch nur zu einem fehr wichtigen Maßstab der Vertraulichkeit mit den Griechen zu machen, und Göthe und Herder, die beide vielleicht nur mäßig Griechisch wissen, sind redende Beispiele davon.”Google Scholar
  3. 1).
    Ich kann mir nicht die Bemerkung versagen, daß es auf mich imnter komisch wirkte, wenn dieselben Leute, welche bei dem Vorschlag, Homer und Sophokles in Überseßungen zu lesen, in Entseßen gerieten, das Lesen des deutschen Shakespeare empfahlen, obgleich der meisterhaften Überseßung von Schlegel und Tieck vielleicht ähnliche Fehler vorzuwerfen wären wie denen von Voß und Donner. Näheres bei Vieweg a. a. O. S. 47.Google Scholar
  4. 1).
    Vgl. Siebeck, Über Wesen und Zweck des wissenschaftlichen Studiums, Deutsche Zeit- und Streitfragen S. 182 — In Frankreich hat sich dieselbe Entwickunng in viel stärkeren Extremen vollzogen, in dem konservativen Englanb dagegen hat sich das alte Verhältnis zwischen Public schools und Colleges erhalten.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Julius Springer Berlin 1887

Authors and Affiliations

  • G. Völcker
    • 1
  1. 1.Realproghmnasiums zu Schönebect a. G.Deutschland

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