Advertisement

Wettervorgänge und Mensch. (Meteorotrope Krankheiten.)

  • B. de Rudder

Zusammenfassung

Es gibt eine ganze Anzahl von Krankheiten, welche rein klinisch für den ganz unvoreingenommen beobachtenden Arzt immer wieder den Eindruck erwecken, daß sie durch Wettervorgänge ausgelöst werden. Besonders verdächtig auf einen derartigen „Meteorotropismus“ ist ganz allgemein die zeitliche Gruppenbildung der Krankheitsfälle, d. h. die inner - halb ganz weniger Tage erfolgende Häufung von Fällen einer und derselben Krankheit. (Bei Infektionskrankheiten ist natürlich die Möglichkeit einer gemeinsamen Ansteckungsquelle auszuschließen, was aber meist leicht gelingt.) Diese Gruppenbildung ist, um das gleich hier zu erwähnen, bei manchen Krankheiten derartig eindrucksvoll, daß die Annahme eines Einflusses von Witterungsfaktoren sich geradezu aufdrängt und sich den Ärzten oft seit vielen Generationen auch aufgedrängt hat. Und von dieser Beobachtung ging die ganze Frage nach der Existenz „meteorotroper” Krankheiten aus.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

References

  1. 1.
    Die Krankheitsbezeichnung „Eklampsie“ wird mehrdeutig gebraucht. Ich unterscheide daher in diesem Buche, wo uns beide Bedeutungen begegnen werden, die „Gestations-Eklampsie“ von Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen von der „Säuglings-Eklampsie“. Beide Krankheiten haben genetisch nichts, sondern nur den Namen gemeinsam.Google Scholar
  2. 2.
    Einziger Fall des ganzen Monates!Google Scholar
  3. 3.
    An dieser Stelle findet sich eine Richtigstellung gegenüber der 1. Auflage, in die sich infolge einer versehentlichen Mitteilung ein Fehler eingeschlichen hatte.Google Scholar
  4. 1.
    Auch eine andere Entstehungsweise dieser Wirbelbildungen wird neuerdings vertreten. Die über den riesigen Eisfeldern Grönlands abgekühlten Luftmassen gleiten nach Süden und gelangen dadurch den in Richtung der Erdrotation kreisenden Tropikluftmassen in den Weg. Für das medizinische Problem sind diese Fragen indes ohne Belang.Google Scholar
  5. 2.
    Die Abbildung ist in Anlehnung an Bjerknes und ein Schema des Monatsberichtes der bayerischen Landeswetterwarte vom April 1925 gezeichnet.Google Scholar
  6. 1.
    „Kaltfront“ wolle nicht mit „Polarfront“ (s. S. 18) verwechselt werden, von der sie nur einen Teil darstellt, wie aus vorstehenden Erörterungen ersichtlich.Google Scholar
  7. 1.
    Böen sind stoßweise und mit hoher Geschwindigkeit erfolgende Winde.Google Scholar
  8. 1.
    v. Ficker, Wetter und Wetterentwicklung, in Sammlung verständliche Wissenschaft. Berlin: Julius Springer 1932.Google Scholar
  9. 2.
    In Köhler und Flach: Strahlentherapie Bd. 48 (1933) S. 401.Google Scholar
  10. 1.
    „Kerne“ sind kleine, nicht-gasförmige Teilchen, die der Luft beigemengt sind und für die „Sichtigkeit“ sowohl wie für die elektrischen Eigenschaften eine große Rolle spielen.Google Scholar
  11. 2.
    Die Wirkung dieser Schicht ist an Wetterkarten vielfach sehr schön zu verfolgen, wenn vom Westen kommende Zyklonen gegen sie stoßen und nach Nord-osten (meist über Skandinavien) abprallen.Google Scholar
  12. 1.
    Diskuss.-Bem. in Linke—de Rudder (S. Literaturverzeichnis).Google Scholar
  13. 2.
    Zitiert nach Trautmann, Kulturbilder aus Alt-München Bd. 5.Google Scholar
  14. 1.
    Die Bezeichnungen „Kleinklima“ und „Mikroklima“ werden vielfach synonym gehraucht. W. Schmidt, der verstorbene Wiener Meteorologe, der sich viel mit solchen Untersuchungen befaßt hat, schlägt demgegenüber eine Trennung vor (Bioklim. Beibl. z. Meteorol. Z., Bd. 1 (1934) S. 153), deren Übernahme in die Bioklimatik im Interesse einheitlicher Verständigung zweckmäßig ist. „Kleinklima“ (auch „Lokalklima“ [Linke]) vielfach synonym gehraucht, an Orten usw. wo klimatologische Messungen mit den sonst in der Großklimatologie üblichen Instrumenten noch möglich sind (Ort, Ortslagen, Wohnräume). Vom „Mikroklima“ spricht man nur für so kleine Lufträume, wo Verwendung solcher Instrumente bereits eine merkliche Störung des zu untersuchenden Luftraumes bedingen würde und mit eigens dazu gebauten Instrumenten gemessen werden muß (z. B. Untersuchungen über die „Lufthaut“ am Boden, über das „Klima“ an Blattoberflächen, auf Schleimhäuten, in Schichten der menschlichen Kleidung u. dgl.).Google Scholar
  15. 1.
    Vgl. dazu neuestens: Bamberger und Lachtrop: Z. Kinderheilk., Bd. 58 (1936) S. 346 und Seckel: Typologie der Diphtherie, Beihefte zum Jb. Kinderheilk., Bd. 44, 1937.CrossRefGoogle Scholar
  16. 1.
    Die in der Arbeit von Kielhorn enthaltene Wahrscheinlichkeitsformel, welche einer früheren Arbeit von mir entnommen ist, enthält entstellende Druckfehler. Ich möchte darauf nur hinweisen, damit sie nicht kritiklos von anderen Untersuchern übernommen wird. Im übrigen ist es mir heute fraglich, ob diese Ableitung den Tatbestand voll erfaßt und ob man hier nicht besser den Bernoulli-sehen Satz oder eine andere Formulierung verwenden sollte. Man kann den alleinigen Nachweis “überzufälliger Gruppenbildung“ heute aber zumeist auch entbehren, bzw. durch andere Verfahren ersetzen.Google Scholar
  17. 1.
    Nach mündlicher Mitteilung nicht im Sinne von wirklichem Föhn (Fallwind, s. S. 76), sondern nur im Sinne plötzlicher warmer Tage.Google Scholar
  18. 1.
    a. a. 0. (s. S. 6).Google Scholar
  19. 1.
    Es braucht hier nur daran erinnert zu werden, daß diesen Konstitutionen naturgemäß bestimmte Körperverfassungen eigen sind, die sich namentlich in innersekretorischer Hinsicht heute zunehmend klarer zeigen.Google Scholar
  20. 1.
    Bezüglich evtl. Einschränkung dieses Ergebnisses vgl. S. 50.Google Scholar
  21. 1.
    Die Gründe dafür findet man in jeder Einführung in die Meteorologie: es handelt sich um ein Ausweichen der untersten Luftschichten durch den auf ihnen lastenden Hochdruck.Google Scholar
  22. 1.
    Die Grenze zwischen Troposphäre und Substratosphäre ist der Abstand von der Erdoberfläche, für welchen die mittlere Jahrestemperatur Null herrscht.Google Scholar
  23. 2.
    Bezüglich Zeichenerklärung zu den Abb. 24–26 vgl. S. 53 u. f. de Rudder, Meteorobiologie. 2. Aufl. 6Google Scholar
  24. 1.
    Petersen, W. F.: The patient and the weather (s. Literaturverzeichnis).Google Scholar
  25. 1.
    Die Untersuchung der rein physikalischen Seite dieser Frage befindet sich noch ganz im Flusse (Literatur s. T. u. B. DüLL).Google Scholar
  26. 1.
    Ich beziehe mich für das Folgende ganz besonders auf Arbeiten Linkes und einer Schule (Israèi, Flach U. a.).Google Scholar
  27. 1.
    de Rudder: Baineologe (1934) S. 267.Google Scholar
  28. 1.
    Bezüglich bisheriger Ergebnisse der geophysikalischen Ionosphärenforschung vgl. die Zusammenstellung von Penndorf in Naturwiss. 1937, 774.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1938

Authors and Affiliations

  • B. de Rudder
    • 1
  1. 1.Univ.-Kinderklinik Frankfurt a. M.Germany

Personalised recommendations