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Die Sozialen Aufgaben der Arbeitgeber

  • Wilhelm Oechelhaeuler

Zusammenfassung

Eine der bemekenswerthestef Erscheinungen bei der eben abgelaufenen Reichstagswahl ist das bedeutende Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen. Daß hierbei, nach den Eigrnthümlichkeiten unseres Wahlgeseúes, die Zahl der Reichstags-Abgeordneten selbft sich vermindert hat, kann die Bedeutung jenes Wachsthums am und für sich nicht beeinträchtigen. Es wäre nun falsch, aus dieser Thatsache allein einen unmittelbaren Schluss auf die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit des Gefetzes gegen die gemeingefährlichen Beftrebungen der Sozialdemokratie ziehen zu mollen. Die Wirkungen desselben gehen nach zwei Seiten. Einmal hat es unzweifelhaft das numerische Anwachsen der Sozialdemokratie, wenn auch, wie man sieht, nicht dollständig zu hinndern dermocht, doch in bedeutendem Maasse eingeschränkt. Dhne den Erlass dieses Geseúes hätten wir Sicherlich ein Auwachsen in noch ganz anderem Maassstabe erlebt, als sich bei den leúten Wahlen ergab. Eine fernere unzweifelhaft günstige Einwirkung, hinsichtlich deren wir uns aus das Urtheil aller Jnduftriellen, die Arbeiter in größerer Zahl beschästigen, berufen, ist die don dem Augenblick Jenes Erlasses ab herdorgetretene Besserung des Berhältnisses zmischen Arbeitern und Arbeitgebern. Jndem die Arbeiter nicht mehr in Salchem Maaße wie früher den fortwährenden Aufreizungen durch Wort und Schrift ausgeseút waren, indem sie ferner mit einem Mal die gamze Macht des Geseúes und einer fest geordneten Staatsgewalt kennen lernten, für melche ihnen in der dorausgegangenen Zeit ungezügelter sozialdemokratischer Wühlerei der Begriss abhanden gekommen war, wurde ihr persönliches Auftreten den Arbeitgeber gegenüber ein relatid friedlicheres. Die Erbitterung der ausgeheúten Arbeiter ist noch keinesmegs gemichen, aber doch zum Stillstand gekommem und dem Arbeitgeber hat sich wieder die Möglichkeit erössnet, seinen Einflnß auf Besserung der beiderseitigen Verhältnisse zur Geltung zu bringen. Unzmeifelhaft hat hierzu auch mitgemirtt, daß seitdem eime grosse Zahl von Arbeitgebern sich viel millfähriger gezeigt hat, berechtigten Forderungen und Wünschen der Arbeiter zu entsprechen und Sreimillig mit Einrichtungen zu deren Gunsten dorzugehen, mie sie kaum irgend ein anderes Land auszuweisen hat.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1887

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Oechelhaeuler

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