Prinz Wilhelm 1797–1840

  • Wilhelm Wüller

Zusammenfassung

Das Auge des Königs Friendrich Wilhelm IV. von Preussen war umnachtet. In dieses so reich angelegte Geistesleben drang kein Lichtstrahl mehr. Die Regierung war thatsächlich ohne Oberhaupt. Es gab Minister, die regierten, aber keinen König, der entschied. Dies war kein verfassungsmässiger Zustand. In keinem monarchisch geordneten Staate konnte ein solches Verhältniß lange bestehen, am wenigsten in Preussen, wo das Königthum nicht bloss eine Repräsentations-Einrichtung, sondern eine reale, granitne Macht ist, mit der jedermann im Volke in erster Linie zu rechnen, zu der er seinen Blick zu erheben pflegt. Und man lebte ja in einer Zeit, welche an die höchstgestellten Monarchen auch die höchsten Anforderungen machte. Das Interesse der Monarchie und des Staates forderte eine Aenderung. So unangenehm es auch den damaligen Ministern sein mochte: es mußte wenigstens an eine Stellvertretung gedacht werden. Diese konnte kein anderer übernehmen als des Königs ältester Bruder, Wilhelm, der Prinz von Preussen. Er brachte einen gesunden, praktischen Verstand, einen festen Willen und einen feinen Sinn für militärische und nationale Ehre mit in seinen neuen Beruf. Alle Mächte, mit denen Preussen in engen Wechselbeziehungen stand oder in nähere Berührung kam, durften von nun an ihr Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten ganz besonders im Auge behalten.

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© Verlag von Julius Springer 1877

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  • Wilhelm Wüller

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