Zusammenfassung

Ein besonderes Recht der landwirtschaftlichen Arbeitnehmer hat sich erst mit der Aufhebung der patriarchalischen Verhältnisse in der Landwirtschaft in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr allmählich herausgebildet1. Bis dahin fielen die in der Landwirtschaft angestellten Personen unter den Begriff des Gesindes, dessen Rechtsverhältnisse durch sehr zahlreiche, meist aus dem 19. Jahrhundert stammende, vielifach dem Vorbild des pr. ALR. §§ 1 ff. II 5 und der für Altpreußen geltenden pr. Gesindeordnung vom 8. 11. 1810 folgende Gesindeordnungen der einzelnen Länder geregelt sind. Soweit die landwirtschaftlichen Arbeitnehmer dieser Sonderregelung nicht unterfielen, weil für den Begriff des Gesindes Aufnahme in die häusliche Gemeinschaft oder mindestens Unterstellung unter die Hausgewalt des Arbeitgebers gefordert wurde, unterstanden sie lediglich dem allgemeinen Recht, das in den verschiedenen in Deutschland bis 1900 geltenden Rechtsgebieten den Dienstvertrag überall gleich dürftig und unzureichend regelte. Mit der Schaffung des Bürgerlichen Gesetzbuches wurde dieses allgemeine Recht wenigstens vereinheitlicht und in einzelnen Beziehungen den sozialreformerischen Gedanken des ausgehenden 19. Jahrhunderts entsprechend ausgebaut2. Das Gesinderecht des durch Art. 95 EG. BGB.

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© Berlin Verlag von Julius Springer 1928

Authors and Affiliations

  • Erich Molitor
    • 1
  1. 1.Universität LeipzigLeipzigDeutschland

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