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Probleme der historischen Wertlehre

  • Georg Mehlis
Chapter

Zusammenfassung

Mit der historischen Wertlehre oder, wie Rickert sie genannt hat, mit der Lehre von den Prinzipien des historischen Geschehens1) betreten wir ein ganz neues Gebiet der Geschichtsphilosophie, das bisher nur wenig bearbeitet ist. Es galt bisher überhaupt nur erst einmal ganz allgemein festzustellen und zu begründen, daß die Geschichte zwar Wissenschaft, aber keine Naturwissenwissenschaft sei, und daß die Historie ein Allgemeines kennt, das seiner ganzen Struktur nach dem Allgemeinen der Naturwissenschaft durchaus entgegengesetzt ist. Dieses Allgemeine der Geschichte hat man als Wert, als Norm, als Kulturwert, als Typus bezeichnet. Von denjenigen Philosophen, welche die historische Begriffsbildung in so glücklicher Weise der naturwissenschaftlichen entgegengesetzt haben, ist ein Teil der Ansicht, daß in den methodologischen Formen, auf die wir in den Problemen der Geschichtslogik kurz hingewiesen, die eigentlich logische Formung der Geschichte vollendet sei, daß wir also zur Klarstellung der individualisierenden historischen Methode nicht über die methodologischen Begriffe hinauszugehen brauchen. Dagegen hat man mit Recht den Einwand erhoben, daß der Begriff einer individualisierenden Methode als solcher noch vollkommen unzureichend ist, um die historische Begrifísbildung in ihrer Eigenart deutlich zu machen; denn es ist ja augenscheinlich, daß auch die Naturwissenschaft das individualisierende Verfahren kennt — denken wir nur an die Entwicklungsgeschichte der Erde, der Pflanzen und Tiere.

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© Julius Springer in Berlin 1915

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  • Georg Mehlis

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