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Die ästhetische Entwicklung

  • Georg Mehlis

Zusammenfassung

Das ästhetische Grundverhältnis offenbart sich in dem Gegensatz von Eros und Gestalt, eines grenzenlosen Triebes, der von Sehnsucht nach Form erfüllt ist. Die Zerlegung des Kunstwerkes in Form und Inhalt ist ungenügend, weil unter dieser Aufteilung der Sinn des Kunstschaffens überhaupt nicht zur Sprache kommen kann und das Objekt der künstlerischen Liebe selber schon immer ein irgendwie Geformtes ist. Bilder der Phantasie werden aus ihrem schwachen Dämmerleben befreit und zu Wirklichkeiten erhoben, Wirklichkeiten ihrer brutalen Realität enthoben und zu schönen und flüchtigen Gestaltenerweicht. Erlebnisse der Vergangenheit, die in der Gestalt von Erinnerungsbildern verweilen, vom flüchtigen Kommen und Gehen erlöst und zu dauerndem Dasein gezwungen. In alle diesen Fällen vermählt sich Eros der Gestalt. Aus dem Nichts vermag der Künstler nicht zu bilden. Er gibt den Gestalten des Lebens und Erlebens eine neue Form, und das hohe Maß der Willkür und Ungebundenheit gegenüber dem Stoff, das dem Trieb des Künstlers eigen ist, läßt sein Tun als absolute Schöpfertat erscheinen.

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© Julius Springer in Berlin 1915

Authors and Affiliations

  • Georg Mehlis

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