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Zusammenfassung

In den letzten Jahrzehnten sind die philosophischen Spekulationen über die Geschichte wieder neu und mächtig hervorgetreten und haben eine Fülle wertvoller Gesichtspunkte und Auffassungen ergeben. Unverkennbar macht sich in den historischen Wissenschaften überall das Bestreben gelten, ihre methodischen Grundlagen zu verstehn, und man überlegt und besinnt sich, welche Aufgabe wohl der historischen Wissenschaft im Reiche des Wissens beschieden sein möge. Und die moderne Philosophie, die die große Erbschaft des Idealismus von Kant bis Hegel angetreten hat, ist mehr als je von historischem Geist erfüllt. Unter diesen Umständen muß es reizvoll erscheinen, einmal den Ertrag aller dieser auf die Geschichte gerichteten Spekulationen zu ziehen und sie in der Form eines Lehrbuches zu vereinigen. Soll nun ein solches Lehrbuch ein philosophisches Werk sein, so muß es eine Einheit haben, d. h. es muß eine ganz bestimmte und notwendige Auffassung vom Wesen der Geschichte vertreten. Unsere philosophische Überzeugung ist die des Neu-Idealismus wie er von Windelband und und Dilthey, Simmel und Münsterberg, Eucken und Sigwart, besonders aber von Heinrich Rickert in seiner Philosophie der Werte vertreten wird. Auf Grund dieser Wertphilosophie stellen wir das geschichts-philosophische Problem, und von ihr aus ergibt sich uns eine notwendige Auffassung des historischen Lebens. Wenn wir aber von einem bestimmten philosophischen Standpunkt, von der Philosophie der Werte her, an die Geschichte herantreten, so werden wir im Vorbeigehen auch diese Philosophie erläutern müssen, da unser Lehrbuch die Geschichtsphilosophie des Neu-Idealismus darstellt.

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© Julius Springer in Berlin 1915

Authors and Affiliations

  • Georg Mehlis

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