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Zusammenfassung

Herzlichen Dank für Ihre gütige Übermittlung der Bernaysschen Schrift. Ich habe dieselbe mit hohem Genusse durchgelesen und fühle mich gedrungen, Ihnen zu bekennen, daß ich meinerseits dieselbe als die erste völlig befriedigende Erklärung der Aristotelischen Definition ansehen muß. Nach ihr stellt Aristoteles keinen „Besserungs zweck“ hin—wie Sie Bernays vorhalten —, sondern einfach eine mit ihrem Wesen verbundene, notwendig verbundene Wirkung. Am schlagendsten ist hier für mich die Übereinstimmung, in welcher Bernays’ Erklärung der Aristotelischen tragischen Katharsis mit dem Urteil des Stagiriten über Euripides als den τϱαγικώτατοs τϖν ποιητϖν steht. Denn daß weder in dem Dichter noch in den Dichtungen des Euripides „Versöhnung“, „versöhnender Abschluß“ zu finden ist, werden wir Bernays wohl zugeben müssen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Gustav Mayer

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