Zusammenfassung

Lieber Freund! Bei mir steht es ganz fest, daß ich die letzten Tage des Monats Dezember dieses Jahres in Genua eintreffen will. Aber immer ist Gottes Wille vorbehalten, wie sich bei mir wenigstens von selbst versteht. Was Ihr da in Italien ausgeheckt habt, weiß ich noch nicht, will also im voraus darüber nicht reden. Alles, was Du sagst, scheint mir im allgemeinen auf etwas Gutes und Richtiges hinzudeuten. Bei mir gelten dabei freilich die philosophischen Standpunkte wenig, „philosophisch überwunden’’ ist alles schon, nicht bloß die Sklaverei, auch die Knechtschaft überhaupt. Die innere Überwindung bei allen würde das meiste tun müssen. Die ist in vielen Dingen noch nicht da-Ich habe also für meine Person nichts dagegen, auch für philosophisch überwundene Standpunkte immer noch alles, was ich bin und habe, einzusetzen, um sie immer noch besser zu überwinden. Bei mir kommt eigentlich in allen solchen Dingen es nur darauf an, ob ich „Schneide“ darauf habe, ob mich der „Instinkt“ treibt, für sie einzutreten. Es war die Schneide, welche mir für die amerikanischen Dinge immer fehlte, und da mußte allerdings die mit der meinigen- ganz übereinstimmende Meinung der Freunde einen gewaltigen Einfluß auf meine Entschließung üben.

References

  1. 1).
    Agostino Bertani (1812–1886), Revolutionär von 1848, war 1860 von Garibaldi zum Generalsekretär der provisorischen Regierung in Neapel gemacht, worden und führte seit kurzem dessen Anhängerschaft in der Kammer. Vgl. Rüstow-über ihn a. a. O., Bd. L S. 9 ff.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. unten No. 155 und 157.Google Scholar
  3. 3).
  4. die Schneide, welche mir für die amerikanischen Dinge immer fehlte, und da mußte allerdings die mit der meinigen-ganz übereinstimmende Meinung der Freunde einen gewaltigen Einfluß auf meine Entschließung üben.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Gustav Mayer

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