Zusammenfassung

Ich habe Ihr edles Drama nur erst einmal gelesen. Es hat natürlich auf mich einen bedeutenden Eindruck gemacht. Es ist ein Versuch, das Problem zu lösen, woran auch ich arbeite, aber glauben Sie nicht, daß Sie es gelöst haben. Es fehlt der Studie an dramatischer Sinnlichkeit; das, worum es sich handelt, ist nicht einfach genug, die Fabel arbeitet sich unter dem Wust von historischem Interesse nicht für den Hörer und Zuschauer leicht genug heraus. Es würde auf der Bühne sicher einen Effekt machen, aber mehr einen …2) als dramatischen, und sich doch nicht als Repertoirestück halten. Der Schauspieler kommt zu kurz. Nach meiner Überzeugung hat Schiller den einzig richtigen Weg eingeschlagen: über diesen hinaus kann man nur durch die Natur des Stoffes, der etwa einen Prinzipienkampf darböte, aber nicht durch die Behandlung, welche sich immer auf eine einfache Fabel und einen interessanten Charakter stützen muß. Ihr Sickingen ist zu plan, zu tugendhaft, zu wenig Mischling, vielleicht liegt es daran, daß gewisse poetische Tinten und Züge fehlen, daß die Einleitung zu schlaff ist, aber ich habe mich mühsam in das Interesse hineinlesen müssen, anstatt unwiderstehlich hingerissen zu werden.

References

  1. 2).
    Hier war ein Wort nicht zu entziffern.Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Gustav Mayer

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