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Die Methoden der Forsteinrichtung

  • H. Martin

Zusammenfassung

Die in den vorausgegangenen Teilen behandelten Gegenstände sind allgemein dargestellt. Ihre praktische Anwendung erfolgt jedoch überall unter dem Einfluß besonderer zeitlicher und örtlicher Verhältnisse. Demnach sind zum Nachweis der befolgten Methoden der Forsteinrichtung einerseits ihre geschichtlichen Entwicklungsstufen, andererseits die in der Gegenwart vorkommenden Verschiedenheiten darzulegen.

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Literatur

  1. 1).
    So waren z. B. die Mühlhäuser Forsten in 12, die Miltenberger in 16 Schläge eingeteilt, die Forstordnung für das Fichtelgebirge schreibt eine Teilung in 15 bis 18 Schläge vor (nach Schwappach: Forstgeschichte, § 60).Google Scholar
  2. 2).
    Bemerkenswert ist in dieser Richtung die Nassauer Forstordnung von 1731, welche bestimmt, daß die Hochwälder in 68, die Nieder- und Rindenwaldungen in 20, die Birken und weichen Hölzer in 14 Jahresschläge geteilt werden. Die Gräflich Wernigerodische Forstordnung von 1745 will die gemischten Laubund Nadelholzorte zu Kohl- und Brennholz in 80 bis 40 Schläge geteilt haben (nach Pfeil : Forsttaxation, 3. Aufl., S. 17).Google Scholar
  3. 3).
    Zunächst durch einen Kabinettsbefehl, wonach das Hauen des Holzes in einem ganzen Forst eingestellt und nur auf gewissen Distrikten geholzt werden sollte. „Da indessen“, sagt v. Kropff : System und Grundsätze, 3. Kap., „die Ober-forstmeisterstellen durch ausgediente Stabsoffiziere besetzt waren, so verstrich die Zeit darüber bis 1754, wo jene Befehle durch gedruckte Immediat-Reglements wiederholt wurden. Als auch diese ohne sonderliche Wirkung bleiben, so erschien unter dem 6. Jan. 1764 eine…! Immediatinstruktion …! Diese enthält mit Rücksicht auf ihren Sinn und den glorwürdigsten Urheber derselben so merkwürdige und interessante höchsteigene Vorschriften zu der Forsteinteilung, daß sie zum Muster und Regel dienen kann.“ In Artikel 3 wird gesagt : „Nach Vermessung und Kartierung müssen alle Forsten in 3 gleiche Teile geteilt werden. Ein jedes von diesen drei Revieren wird wiederum nach Beschaffenheit des Bodens in 60, 70 oder 80 Schläge geteilt.“—„Es hat jedoch“, sagt v. Kropff weiter, „kein sonderlicher Gebrauch davon gemacht werden können, weil die Grenzen der Forsten nicht zugleich überall berichtigt und bei der Einteilung auf den Karten die dabei zu beobachtenden Regeln ganz außer acht gelassen worden sind.“—Eine neue Instruktion erschien 1770, die bezüglich der Einteilung die gleichen Bestimmungen enthält wie diejenige von 1764. Wiederum nahmen die Arbeiten einen sehr langsamen Fortgang, v: Kropff suchte die Notwendigkeit einer 140jährigen Umtriebszeit darzulegen, der König bestand auf Einhaltung einer 70 jährigen. In den Jahren 1780 und 1783 wurden die letzten Instruktionen erlassen, deren Inhalt oben mitgeteilt ist.Google Scholar
  4. 1).
    Abhandlungen über das theoretische und praktische Forstwesen, mit Zusätzen und Anmerkungen von Hennert. Hier wird bezüglich der Schlageinteilung bemerkt: „Bei der Einteilung ist zu beachten, ob die Lage des Reviers bergig oder eben sei ; ferner Klima, Holzgattung usw. Ist das Revier in bergigen Gegenden, so muß man mehr Teile daraus machen, als derjenige nötig hat, dessen Revier in einer Ebene, in einem sanften Klima liegt. Ein Revier dieser Art muß in 50–60 Teile geteilt werden, als soviel Jahre es braucht, ehe es wieder zum tüchtigen Scheit- oder Schlagholz heranwächst ; dahingegen das auf einer Ebene in der Zeit von 30–40 Jahren zu gleicher Vollkommenheit kommt. Ist es hingegen vorteilhafter, daß das Holz zu Reisig abgetrieben werde, so erfordert es an den Bergen 20–30 Jahre, auf der Ebene aber nur 15 Jahre Zeit.“Google Scholar
  5. 2).
    Jägerpractika, Anhang. Hier wird die Abtriebszeit in der Ebene für starkes Bauholz zu 80 Jahren, für geringes Bauholz zu 60 Jahren angegeben. In gebirgigen Gegenden soll sie 10 bis 20 Jahre höher sein.Google Scholar
  6. 3).
    Einige Schriftsteller, insbesondere G. Heyer: Waldertragsregelung, 3. Aufl., § 191, ordnen sogar die Flächenteilung der Methode des Flächenfachwerks unter.Google Scholar
  7. 1).
    Hierdurch finden die verschiedenartigen Auffassungen über die Stellung mancher Vertreter des Fachwerks (z. B. H. Cottas) ihre Erklärung. Bei älteren Schriftstellern (vgl. namentlich Pfeil: Forsttaxation, 3. Aufl., S. 69ff.) kommt eine Teilung des Fachwerks in der hier angegebenen Richtung gar nicht vor.Google Scholar
  8. 1).
    Den unter I erwähnten Instruktionen Friedrichs des Großen folgte bald nach dessen Tode, nachdem 1787 die Leitung des Vermessungswesens dem ehemaligen Artillerieleutnant Hennert übertragen war, die Bestimmung, daß die preußischen Staatsforsten der Ebene in Jagen eingeteilt werden sollten. (Reglement von 1796 und Instruktion für die Kgl. Pr. Forstgeometer von 1819.)Google Scholar
  9. 1).
    Von einigen Schriftstellern, insbesondere G. Heyer: Waldertragsregelung, 3. Aufl., S. 307, wird deshalb H. Cotta den Vertretern des Massenfachwerks eingeordnet.Google Scholar
  10. 2).
    Praktischer Beweis, daß die Mathesis bei dem Forstwesen unentbehrliche Dienste tue, 3. Aufl., 1756. Ein klarer Einblick in die Art der Ertragsregelung ist aus dieser trefflichen Schrift jedoch nicht zu erlangen; daher manche Widersprüche in der Literatur.Google Scholar
  11. 3).
    Anleitung zur Betriebsregulierung und Holzertragsschätzung der Forsten, 2. Aufl., 1839.Google Scholar
  12. 1).
    Hilfstafeln für Forsttaxatoren, 3. Aufl., 1873.Google Scholar
  13. 2).
    Anleitung zu der neuen, auf Physik und Mathematik gegründeten Forstabschätzung. 1794.Google Scholar
  14. 1).
    Anweisung zur Taxation der Forsten. 1791.Google Scholar
  15. 2).
    Betrachtungen über einige … Lehrsätze. 1783.Google Scholar
  16. 3).
    Über die zweckmäßigste Methode, den Ertrag der Waldungen zu bestimmen. 1796.Google Scholar
  17. 4).
    Anweisung zur Taxation der Forsten. 1795.Google Scholar
  18. 5).
    Instruktion, nach welcher bei spezieller Abschätzung der Kgl. Preuß. Forsten verfahren werden soll. 1819.Google Scholar
  19. 1).
    Systematische Anleitung zur Taxation der Waldungen. 1804.Google Scholar
  20. 2).
    Anweisung zur Forsteinrichtung und Abschätzung. 1820.Google Scholar
  21. 1).
    Versuch einer Anweisung zur Forstbetriebsregulierung. 1823.Google Scholar
  22. 1).
    Die Betriebs- und Ertragsregulierung der Forsten, 2. Aufl., 1879.Google Scholar
  23. 2).
    Forstbetriebseinrichtung. 1889.Google Scholar
  24. 3).
    Forsteinrichtung, 2. Aufl., S. 219.Google Scholar
  25. 1).
    Eme Darstellung dieser Methode wurde zuerst gegeben von K. André in der Zeitschrift: Ökonomische Neuigkeiten, dann von E. André: Versuch einer zeitgemäßen Forstorganisation. 1823.Google Scholar
  26. 1).
    Vgl. Judeich: Forsteinrichtung, 6. Aufl., S. 360. („Der Zuwachs wird als wirklicher, nicht als normaler berechnet.“)Google Scholar
  27. 2).
    Die Waldertragsregelung, 1. Aufl. 1841; 3. Aufl., herausgeg. von G. Heyer, 1883. Die Hauptmethoden der Waldertragsregelung. 1848.Google Scholar
  28. 1).
    Waldertragsregelung, 3. Aufl., §34 und 36: „Man bestimmt den wirklichen Vorrat, indem man den wirklichen Haubarkeitsdurchschnittszuwachs eines Bestandes mit dessen gegenwärtigem Alter multipliziert“Google Scholar
  29. 2).
    K. Heyer kennzeichnet seine Auffassung über den Wert der Formel für den Etat durch folgende Bemerkung (Ertragsregelung, 2. Aufl., S. 218): „In diesen einfachen Grundzügen erblicke man nur den arithmetischen Nachweis der Regeln zur Herstellung und Sicherung des Normalzustandes im allgemeinen, also keineswegs die Möglichkeit einer jederzeitigen strengen Durchführung dieser Verfahren in allen Fällen, und glaube überhaupt nicht, daß die praktische Etatsordnung mit gutem Erfolg in die engen Grenzen einer mathematischen Formel sich einzwängen lasse.“Google Scholar
  30. 1).
    Grundzüge einer wissenschaftlich begründeten Forstbetriebsregulierungsmethode. 1838.Google Scholar
  31. 1).
    Enzyklopädie der Forstwissenschaft, 2. Abt., Forstl. Gewerbslehre. 1821. Die Forstabschätzung auf neuen wissenschaftlichen Grundlagen. 1826.Google Scholar
  32. 2).
    Kurze praktische Anweisung zum Forstwesen, 1795 (anonym erschienen) Schon Paulsen hat hier das Nutzprozent entwickelt und auf die Etatsbestimmung angewandt, so daß er als der eigentliche Begründer des vorliegenden Verfahrens anzusehen ist.Google Scholar
  33. 1).
    Anleitung zur Waldwertberechnung usw., 1855; Anweisung zur Holzmeßkunst usw., 1868.Google Scholar
  34. 1).
    Bezüglich der geschichtlichen Entwicklung vgl. v. Hagen-Donner : Forstl. Verhältnisse Preußens, 3. Aufl., S. 193–219.Google Scholar
  35. 2).
    Instruktion, nach welcher bei spezieller Abschätzung der Kgl. Preuß. Forsten verfahren werden soll. Berlin, den 19. Juli 1819.Google Scholar
  36. 3).
    Anweisung zur Erhaltung, Berichtigung und Ergänzung der Forst-abschätzungs- und Einrichtungsarbeiten vom 24. April 1836.Google Scholar
  37. 1).
    Anweisung zur Ausführung der Betriebsregelungen in den Preuß. Staatsforsten vom 1. April 1925.Google Scholar
  38. 1).
    Eine in mancher Beziehung genauere Darstellung des sächsischen Verfahrens, als sie hier gegeben werden kann, enthält Neumeister : Die Forsteinrichtung der Zukunft. 1900.Google Scholar
  39. 1).
    Vgl. hierzu den sächsischen Hiebszug Tafel 11 im 2. Abschnitt des 3. Teils.Google Scholar
  40. 1).
    Vgl. hierzu den 6. Abschnitt des 3. Teils, die Bilanz der Sächsischen Staatsforstverwaltung.Google Scholar
  41. 1).
    Dienstweisung über Forsteinrichtung in den Staats-, Gemeinde- und Körperschaftswaldungen in Baden. 1924.Google Scholar
  42. 1).
    Dienstweisung von 1912, § 4.Google Scholar
  43. 1).
    Hilfstabellen für Forsttaxatoren, herausgeg. von der Forstabteilung des bad. Finanzministeriums.—Ertragstafeln für Buche, Fichte usw., S. 30ff.Google Scholar
  44. 2).
    Namentlich einer Verordnung der Forstabteilung vom April 1925, betreffend die Sicherung gegen Wind und Sturm.Google Scholar
  45. 1).
    Meister: Die Stadtwaldungen von Zürich, 2. Aufl., S. 113ff.Google Scholar
  46. 2).
    So z. B. für Bern (1902), Graubünden (1907).Google Scholar
  47. 3).
    Von Biolley: L’aménagement des forêts d’après la methode du contrèle (übersetzt von Eberbach); Balsiger: Der Plenterwald 1914 u. a.Google Scholar
  48. 1).
    Études sur l’aménagement des forêts. 1872.Google Scholar
  49. 2).
    Referat auf dem Kongreß in Wien 1907.Google Scholar
  50. 3).
    Huffel: a. a. O. („Die Periodenflächen können über den ganzen Forst verteilt sein. Eine solche Lagerung ist sogar oft recht nützlich“).Google Scholar
  51. 1).
    Fortbildungsvorträge über Fragen der Forstertragsregelung. 1915.Google Scholar
  52. 1).
    Die Waldertragsregelung, 3. Aufl., S. 216.Google Scholar
  53. 2).
    Die Methoden der forstl. Rentabilitätsrechnung 1871, 1. Kap.Google Scholar
  54. 3).
    Folgerungen der Bodenreinertragstheorie, 1. Band, S. 78. 1894.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1926

Authors and Affiliations

  • H. Martin

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