Neue Beiträge zur Geschichte des Alkohols

  • Edmund O. von Lippmann

Zusammenfassung

Unter dem Titel „Ein Alkohol-Rezept aus dem 8. Jahrhundert“ veröffentlichte Vor einiger Zeit Herr Bibliothekar Prof. Dr. H. Degering in den „Berichten der Akademie der Wissenschaften“ zu Berlin5) eine Abhandlung, von der er mir einen Sonderabdruck zusandte, wofür ich ihm gerne auch an dieser Stelle besten Dank sage. Da ich seinen Schlußfolgerungen durchaus nicht beizustimmen vermag, jedoch voraussetzen muß, daß die große Mehrzahl der Chemiker keine Gelegenheit fand, eigenen Einblick in jene Arbeit zu nehmen, so sei zunächst deren Inhalt in tunlichster Kürze wiedergegeben:
  • Am Schlüsse der aus dem württembergischen Prämonstratenser-Kloster Weißenau (gegründet 1145) herrührenden Pergament-Handschrift Nr. 761/765 des 12. Jahrhunderts findet sich ein Schutzblatt eingeheftet, zurecht geschnitten aus einem ihrer Blätter und Von Verschiedenen Händen des beginnenden 13. Jahrhundertes mit medizinischen Regeln und Rezepten beschrieben (z. T. in Geheimschrift).

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Literatur

  1. 1).
    Méthode.... S. 73. Paris 1787.Google Scholar
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  5. 5).
    Akad. d. Wissensch. Bd. 36, S. 503. Berlin 1917. Sitzung vom 19. Juli.Google Scholar
  6. 6).
    Das Zeichen f bedeutet, nach freundlicher Mitteilung von Herrn Geh.-Rat Prof. Dr. K. Sudhoff, Unze und nicht Drachme.Google Scholar
  7. 1).
    Über diese Vorschrift, die zuerst wieder Richter der Vergessenheit ent-riß („Arch. f. d. Gesch. d. Naturwiss. u. d. Technik“, Bd. 4, S. 444), vgl. meine „Beiträge zur Geschichte des Alkohols“ (Chemiker-Zeit. 1913, S. 1313 ff.; dieses Buch S. 80). Ich muß voraussetzen, daß die Leser diese Abhandlung kennen und zwecks Vergleichung der folgenden Ausführungen zur Hand nehmen.Google Scholar
  8. 2).
    A. a. O., S. 505.Google Scholar
  9. 3).
    Ebenda, S. 510.Google Scholar
  10. 4).
    Ebenda S. 507.Google Scholar
  11. 5).
    Ebenda S. 507.Google Scholar
  12. 1).
    Siehe dieses Buch S. 81.Google Scholar
  13. 2).
    Degering: S. 509.Google Scholar
  14. 3).
    Degering: S. 510.Google Scholar
  15. 1).
    Degering: S. 514.Google Scholar
  16. 2).
    Degering: S. 505.Google Scholar
  17. 3).
    Dieses Buch S. 80; auch Richter spricht von G. nur als „wohl dem 12. Jahrhundert angehörend“ (a. a. O., S. 444).Google Scholar
  18. 1).
    Degering: S. 505.Google Scholar
  19. 2).
    Renzi: Bd. 5, S. 408; vgl. über seine Lebenszeit S. 199, 353, 407; 210, 222.Google Scholar
  20. 3).
    Ebenda S. 214.Google Scholar
  21. 4).
    Ebenda S. 499 ff.Google Scholar
  22. 5).
    Von „sal affricum“ spricht der Magister Salernus auf S. 220.Google Scholar
  23. 1).
    Renzi: Bd. 5, S. 214.Google Scholar
  24. 2).
    Über Darstellung von Rosen- und Veilchenöl durch Maceration mit Öl s. das Rezept Nr. 60, ebenda S. 216.Google Scholar
  25. 3).
    Ebenda S. 214.Google Scholar
  26. 4).
    Magister Bernardus der Provençale, ein Schüler des Magister Salernus, bespricht in seinem „Commentar“ zu den „Tabulae“ die Destillation von allerlei Blüten mit Wasser in der Cucurbita und sagt dabei ebenfalls„... quod per nasum Cucurbitae destillabit“ (ebenda S. 292). Er erwähnt ferner, daß man Meerwasser in der Cucurbita versüßen könne (dulcorari), denn was„per nasum distillabit“ sei süßes Wasser (ebenda S. 311); diese Beobachtung war also im Okzident um 1200 immer noch sehr neu. — Von Interesse ist die angeschlossene Bemerkung, es lasse sich so auch Wein „agrificari“; dieses sonst unbekannte Wort, das (auch nach Sudhoffs Meinung) keinesfalls „entsäuern“ bedeuten kann (etwa durch Abdestillieren flüchtiger Säure aus umgeschlagenem Wein), erinnert nämlich an das „albificari“ (weiß machen, entfärben) des roten Essigs bei dem spanisch-arabischen Arzte Abulkasim (912–1013?). Im sog. „Servitor“ (angedruckt an „Mesue Opera“, S. 281, Venedig 1570; vgl. meine „Abhandlungen und Vorträge“, Bd. 2, S. 208, Leipzig 1913) beschreibt dieser die Umwandlung roten Weinessigs in weißen durch Destillation und fügt hinzu, „so kann derjenige auch Wein destillieren, der destillierten haben will“; hierbei handelt es sich nicht um Gewinnung von Alkohol, der den Arabern nachweislich unbekannt war und blieb, wohl aber konnten derlei Versuche, roten Wein in weißen umzudestillieren, in den Händen ihrer abendländischen Nachahmer zur ersten Entdeckung des Alkohols führen. — (In einer Abschrift aus der Zeit vor 1350 in einem Erfurter Kodex heißt das Wort nach gef. Mitteilung Sudhoffs „clarificare“, also „klären“, was aber keinen rechten Sinn liefert, also schon selbst auf Entstellung beruhen kann.)Google Scholar
  27. 1).
    Renzi: S. 218.Google Scholar
  28. 2).
    Ebenda S. 199 ff.Google Scholar
  29. 3).
    Ebenda S. 202.Google Scholar
  30. 1).
    Degering: S. 512.Google Scholar
  31. 2).
    Dieses Buch S. 181, 84.Google Scholar
  32. 3).
    Ebenda S. 100.Google Scholar
  33. 4).
    Ebenda S. 82,Google Scholar
  34. 5).
    Degering: S. 512.Google Scholar
  35. 6).
    Richter: A. a. O., S. 446.Google Scholar
  36. 7).
    Dieses Buch S. 84.Google Scholar
  37. 1).
    Degebing: S. 512.Google Scholar
  38. 2).
    Siehe den ausführlichen Text im „Arch. f. Gesch. d. Med.“. Bd. 7, S. 385.Google Scholar
  39. 1).
    Richter: A. a. 0., S. 445.Google Scholar
  40. 2).
    Partes im Sinne von Particulae, Fragmente, ist schon bei Beda Venerabilis (gest. 735) nachweisbar (Maigne d’Arnis: Lexicon ad scriptores mediae et infimae Latinitatis. S. 1623. Paris 1890); s. ebenda parsiare = dividere.Google Scholar
  41. 3).
    Richter: A. a. O., S. 445.Google Scholar
  42. 4).
    Renzi: A. a. O., S. 246, 251, 252.Google Scholar
  43. 5).
    Ebenda S. 280, 303, 307, 308.Google Scholar
  44. 6).
    Ebenda S. 366.Google Scholar
  45. 7).
    Ebenda S. 299, 307; 284, 294.Google Scholar
  46. 1).
    Dieses Buch S. 93.Google Scholar
  47. 2).
    Richter: A. a. O., S. 445.Google Scholar
  48. 3).
    Für hochprozentigen Alkohol, also gerade für den wertvollsten, käme der Ölverschluß überhaupt nicht in Frage, da Olivenöl ein spezifisches Gewicht von rund 0,92 hat, also auf Weingeist von mehr als rund 58 Vol.-% Alkoholgehalt (bei 15°C) nicht mehr schwimmt; Weingeist von 35% hat ein spezifisches Gewicht von rund 0,96.Google Scholar
  49. 4).
    Degering: S. 513.Google Scholar
  50. 1).
    Ebenda S. 514.Google Scholar
  51. 2).
    Dieses Buch S. 68fGoogle Scholar
  52. 3).
    Degering: S. 513.Google Scholar
  53. 1).
    Ebenda S. 514.Google Scholar
  54. 2).
    Dieses Buch S. 79.Google Scholar
  55. 3).
    Degering: S. 508.Google Scholar
  56. 4).
    Dieses Buch S. 63.Google Scholar
  57. 5).
    Ebenda S. 66.Google Scholar
  58. 1).
    Degering: S. 510.Google Scholar
  59. 2).
    Dieses Buch S. 76.Google Scholar
  60. 3).
    Vgl. ebenda S. 76.Google Scholar
  61. 4).
    Bd. 4, S. 347.Google Scholar
  62. 5).
    Zuerst angeblich bei dem englischen Alchemisten Garlandus oder Hortulanus (ebenda,Bd. 2, S. 156).Google Scholar
  63. 6).
    Leipzig 1909 ff.Google Scholar
  64. 7).
    Ebenda, Bd. 2, S. 536.Google Scholar
  65. 8).
    Berthelot: La chimie au moyen âge. Bd. 2, S. 217. Paris 1893.Google Scholar
  66. 9).
    De Renzi, A. a. O., S. 373, 246.Google Scholar
  67. 10).
    Cöln 1569, S. 368.Google Scholar
  68. 11).
    Es steht nur der Genitiv tartari.Google Scholar
  69. 1).
    Als medizinischer Fachausdruck findet sich „ventosa Cucurbita“ = Schröpfkopf schon in den Satiren des Juvenal (lib. 5, Nr. 14, Vers 58; ed. Friedlaender: S. 558. Leipzig 1895); bei späteren Autoren kommt ventosa auch allein vor.Google Scholar
  70. 2).
    Dieses Buch S. 94.Google Scholar

Copyright information

© Berlin · Verlag von Julius Springer 1923

Authors and Affiliations

  • Edmund O. von Lippmann
    • 1
    • 2
  1. 1.Technischen HochschuleDresdenDeutschland
  2. 2.Zuckerraffinerie HalleHalle A. S.Deutschland

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