Zentrale Stellung des Denkens, sein Ursprung und sein Wesen

  • Berthold von Kern

Zusammenfassung

Was heißt Erkenntnis? Diese Frage steht am Anfang und am Ende jeder Erkenntnistheorie. Und doch ist sie noch immer ungelöst geblieben. Die rein idealistischen und materialistischen Lösungsversuche sind überwunden. Seit Kant gilt auch die alte Abbildtheorie als überwunden; aber gerade von ihr sind noch so viele Rückstände in den Gedankenkreisen jeglicher Art der Forschung lebendig geblieben, daß sie die Entwicklung nachhaltig stören und von vorurteilsfreier Untersuchung ablenken. Auf ihrem Schutt baut sich die Erscheinungslehre in subjektiv sinnlichem Gewände auf. In alleiniger Anerkennung der Wahrnehmung tritt der Positivismus mit seinen Ausläufern auf den Plan, um sich von allem Vorurteil zu befreien. Aber was ist Wahrnehmung? In dieser Frage liegt sein Schicksal. Daneben ficht sich der ebenso verwirrende Kampf um das grundlegende Verhältnis von Leib und Seele aus, in dem die Geisteswissenschaften um ihre Vorherrschaft, die Naturwissenschaften um ihre Rechtfertigung und ihren Wirklichkeitswert ringen. Steht doch auch diese Wirklichkeit selber dabei in Frage. Probleme gerade genug, um ihnen immer von neuem nachzugehen, zumal da jedes von ihnen auch die andern in Mitleidenschaft zieht und eine Entscheidung nur in ihrem gegenseitigen Zusammenhang zu finden ist.

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© Verlag von Julius Springer Berlin 1938

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  • Berthold von Kern

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