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Preß-Strafrecht

  • Ernst Hafter

Zusammenfassung

Nicht die Person des Täters wie im Jugendlichen-Strafrecht führt hier zu einer besondern Rechtsgestaltung. Aus eigenartigen Verhältnissen der Presse entsteht das Bedürfnis, bei den durch das Mittel der Druckerpresse verübten Delikten die allgemeinen Grundsätze der Schuld- und der Teilnahmelehre wenigstens teilweise auszuschalten: Bei der Herstellung und Ausgabe einer Druckschrift wirken regelmäßig eine Mehrzahl von Personen zusammen (Verfasser, Herausgeber, Redakteur, Drucker, Verleger). Mit den Bestimmungen der Schuldlehre und den gewöhnlichen Mitteln der strafprozeßualen Untersuchung ist häufig die einwandfreie Feststellung des Täters oder der Täter nicht erreichbar1). Als weiterer Hauptgrund für eine Sonder¬ordnung kommt die namentlich bei der periodischen Presse häufige Anonymität in Betracht. Die Presse hat sich das Recht auf Anonymität dadurch erworden, daß sie sich selbst bereit erklärt, einen verant-wortlichen Redakteur zu stellen2). Für ein vom Schuldprinzip beherrschtes Strafrecht erscheint ein Abgehen von den Regeln zunächst nicht unbedenklich. Im Interesse einer geordneten Rechtspflege und im Interesse der Freiheit der Presse muß man eine Sondergestaltung in den Kauf nehmen.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer · Berlin 1926

Authors and Affiliations

  • Ernst Hafter
    • 1
  1. 1.ZürichSwitzerland

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